Magdeburg l Kaum herrschte in den vergangenen Tagen wieder Ostwind roch es auch wieder unangenehm im Norden von Magdeburg. Wie schon vor gut einem Monat bei gleichen Windverhältnissen lag der schwer definierbare Geruch über den Häusern von Magdeburg-Rothensee und angrenzender Viertel. Damals gab es auch zwei offizielle Beschwerden von Anwohnern beim zuständigen Landesverwaltungsamt, die über eine „eklatante Geruchsbelästigung“ klagten. Die Behörde sagte zu, die Quelle zu suchen.

Vier Wochen später - im Mai 2019 - steht nur fest, dass es den Geruch gibt. Wer der Verursacher ist, bleibt aber vorerst unklar, wie Sprecherin Gabriele Städter auf Volksstimme-Anfrage erklärt. „Es besteht die Möglichkeit, dass unter anderem die Biodieselanlage der Glencore GmbH für die Geruchsbeschwerden ursächlich sein könnte“, bestätigt sie die Vermutungen vieler Anwohner. Das Unternehmen war bereits im Januar 2019 als Verursacher von Geruchsbeschwerden ausgemacht worden.

Mehrere Firmen für Geruch verantwortlich?

Sie schränkt jedoch ein: „Ein Einfluss anderer am Standort Magdeburg-Rothensee angesiedelter Emittenten von Gerüchen kann derzeit jedoch aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse nicht ausgeschlossen werden.“ Heißt im Klartext: Auch andere Unternehmen im Industriegebiet könnten für die Gerüche verantwortlich sein. Aufgrund der Windverhältnisse zum Zeitpunkt der Beschwerden ist nur klar, dass die Quelle dort irgendwo sein muss.

Grundlage ihrer Aussagen sind mehrere Kontrollen, die vor Ort durchgeführt worden waren. Ämter der Stadt Magdeburg waren ebenso daran beteiligt wie das Landesamt für Umweltschutz (LAU). Die Experten der technischen Fachbehörde stellten Rechnungen zur Ausbreitung der Emissionen auf, die an der Biodieselanlage von Glencore offiziell gemessen wurden. Danach konnten die Grenzwerte für Gerüche bei den Beschwerdeführern nicht überschritten werden.

Suche nach Verursacher nicht abgeschlossen

„Daraus folgt die Vermutung, dass weitere beschwerderelevante Verursacher am Standort Magdeburg-Rothensee angesiedelt sein könnten“, sagt Gabriele Städter. „Die Suche nach mutmaßlichen Verursachern der Geruchsbelästigungen ist nicht abgeschlossen“, betont sie. Deshalb erfolgen derzeit weitere Recherchen in enger Zusammenarbeit mit dem LAU und der Stadtverwaltung Magdeburg.

Der Betrieb der Anlage von Glencore wurde nach den Erkenntnissen im Januar unter verstärkte Überwachung durch das Landesverwaltungsamt gestellt und das LAU hinzugezogen. Seit vielen Monaten gibt es im ostelbischen Raum vor allem im Bereich um Lostau Beschwerden wegen unangenehmer Gerüche, die als süßlich, ölig und verbrannt beschrieben werden. Trotz ständiger Untersuchungen durch die Behörden konnten sie bislang nicht abgestellt werden.