Magdeburg l Mit seiner schwankenden Wasserqualität gilt der Salbker See I als Sorgenkind. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Um die seit Jahren sinkende Wasserqualität zu verbessern, müsste das bei Anglern beliebte Gewässer im großen Stil ausgebaggert werden, was mit entsprechenden Kosten verbunden wäre. Dies geht aus einer Reaktion der Stadtverwaltung Magdeburg auf einen Antrag der Stadtratsfraktion Die Linke hervor.

Darin wird zwar aus wissenschaftlicher Sicht bestätigt, dass der Salbker See „in den letzten circa 25 Jahren eine stetige Verschlechterung seiner chemischen und biologischen Güte erfahren hat.“ Aus gewässerökologischer Sicht bestehe also durchaus Restaurierungs- und Sanierungsbedarf.

Salbker See ist zu niedrig

Der jedoch sei nicht zu einem kleinen Preis von mehr als einer Million Euro wie im Falle des Barleber Sees im Norden von Magdeburg zu haben, wo mit dem Einsatz eines Salzes die Nährstoffe ausgefällt wurden. Dem Salbker See fällt damit seine geringe Tiefe auf die Füße, die gerade einmal zwischen anderthalb bis dreieinhalb Meter liegt. Die Folge: Hier würde es nur etwas bringen, wenn schweres Gerät große Mengen an Ablagerungen ausbaggert, um für eine Verbesserung der Wasserqualität ausreichende Tiefe zu erreichen. Und das würde deutlich teurer ausfallen als die erst in diesem Jahr abgeschlossene Restaurierung des Barleber Sees im Norden Magdeburgs.

Befragt wurden zu diesem Thema neben den Experten des Helmholtzzentrums und der Hochschule Magdeburg-Stendal auch der Magdeburger Anglerverband. Auch dieser war zu dem Ergebnis gekommen, dass allein ein Ausbaggern etwas bringen würde. Allerdings garantiert eine entsprechende Investition in das Gewässer kaum langfristigen Erfolg. Denn der See liegt im Überflutungsgebiet der Elbe. Und das wiederum bedeutet, dass bei Hochwasser immer wieder aufs Neue Nährstoffe und Schlamm in den See gespült werden. Daher lehnt die Stadtverwaltung es ab, an einem weiterführenden Konzept für eine Restaurierung des Sees zu arbeiten.

Entstanden war der Salbker See I wie der benachbarte Salbker See II, welcher für den Wassersport genutzt wird, durch den Abbau von Kies in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Bis ins Jahr 2003 gab es hier noch ein Strandbad, das dann aus Kostengründen geschlossen wurde. Die Wasserqualität in dem etwa 26 Hektar großen See nimmt seitdem ab.