Wissenschaftshafen

Weiteres Museumsschiff für Magdeburg

Im Wissenschaftshafen Magdeburg werden zwei Schiffe restauriert. Im Frühjahr 2018 wird noch ein Taucherschacht geborgen.

Von Stefan Harter 01.02.2018, 00:01

Magdeburg l Die Arbeiten an dem Eimerkettenbagger „Otter“ und der dazugehörigen Schute laufen seit einigen Wochen im Wissenschaftshafen Magdeburg. Mitarbeiter der Gesellschaft für Innovation, Sanierung und Entsorgung mbH (Gise) haben bereits die früheren Mannschaftsräume der „Otter“ entkernt, Waschplatz und Kochstelle flogen raus. „Wir mussten die Holzverkleidung leider rausnehmen, weil überall Wasser war“, sagt Jens Klein, der das Projekt der Museumsschiffe vor Ort koordiniert. Auch der Rumpf der Schute wurde von seinen Leuten schon ordentlich bearbeitet, damit er später einmal einen frischen Anstrich bekommen kann.

Bei Führungen würde dann auch wieder die Eimerkette angeworfen werden, um zu zeigen, wie damit früher Schutt und Gestein vom Grund der Elbe gehoben wurde. Über eine Rutsche wurden diese weiter in die danebenliegende Schute geleitet. Der sogenannte Mast, der die Eimerkette hält, soll dafür hydraulisch aufgerichtet und arretiert werden, sagt Jens Klein.

Bis die Eimer aber tatsächlich wieder rattern, wird noch einige Zeit vergehen. Drei bis fünf Jahre soll es voraussichtlich dauern, bis alle drei Schiffe wieder hergerichtet sind und für Besucher offenstehen.

Das dritte Schiff im Projekt, der Taucherschacht II, wurde bereits in das Hafenbecken gezogen. Per Hand haben Jens Klein und neun weitere Gise-Männer das 270-Tonnen-Ungetüm kurz nach Weihnachten dorthin bugsiert. „Zwei Stunden haben wir dafür gebraucht“, sagt er. Nun muss das Schiff um gut 50 Tonnen geleichtert werden, damit die Hebung mit Hilfe von zwei 500-Tonnen-Schwerlastkränen gelingen kann.

Aktuell wird noch die Statik der Kaimauer geprüft, damit diese nicht unter deren Last nachgibt. Um den Koloss auf dem kürzesten Weg zu seinem Ankerplatz neben der „Otter“ zu bringen, wird sogar eine eigene Baustraße angelegt. 100 Meter lang und 15 Meter breit führt diese querfeldein vom Hafenbecken zum bereits vorbereiteten Fundament samt Tragkonstruktion. Geplant ist die Bergung für das Frühjahr 2018, sagt Jens Klein.

Insgesamt vier Schiffe werden dann eine maritime Museumsmeile bilden. Bereits seit 2010 lockt die „Gustav Zeuner“, der einzig erhaltene Kettenschleppdampfer, der auf der Elbe seinen Dienst verrichtete, Besucher an. Auch er wurde von der Gise aufgearbeitet.

Der aktuelle Schiffsdreierpack wird durch eine Maßnahme des Jobcenters Magdeburg finanziert. Deren Kunden führen die notwendigen Sanierungsarbeiten unter fachlicher Anleitung durch und sollen sich so für einen neuen Job qualifizieren.