Corona-Pandemie

Welche Maske bietet den besten Schutz?

Maske ist nicht gleich Maske. Die Magdeburger Apothekerin Petra Isenhuth erklärt die Tücken beim Kauf des richtigen Mund-Nasenschutzes.

Von Peter Ließmann 02.02.2021, 00:01

Magdeburg l Für Apothekerin Petra Isenhuth ist klar: Die Mund-Nasenschutz-Masken sind wichtig, jeder sollte sie tragen. „Es ist das, was jeder Einzelne tun kann“, sagt die Apothekerin. Aus ihrer täglichen Arbeit weiß sie allerdings, dass Maske nicht gleich Maske ist und dass es oft Fragen von Kunden gibt, welche denn nun die richtige sei. Und „richtig“ kann nur bedeuten, die, die zu den geprüften und zertifizierten gehören.

Und an dieser Stelle gibt es Erklärungsbedarf, sagt Petra Isenhuth. Die bekannte FFP-2-Maske, die auch tatsächlich einen Schutz bieten soll, muss mit einem CE-Prüfkennzeichen versehen sein. Nach dem Buchstaben CE folgt eine vierstellige Zahl. Diese Prüfnummer stelle sicher, dass diese Masken des Herstellers auch tatsächlich den hohen Standards entsprechen und jeweils die Atemluft des Trägers von Vieren reinigt und auch dafür sorgt, dass der Träger nur gereinigte Luft einatmet. Denn das sei der Sinn dieser Maske, so Petra Isenhuth. Träger und Umwelt werden gleichzeitig geschützt, 94 Prozent der Aerosole sind gefiltert.

Wichtig bei der FFP-2-Maske sei auch das sogenannte europäische Konformitäts-Kennzeichen auf der Maske. Dieses Kennzeichen, so Petra Isenhuth, garantiere, dass die Maske den europäischen Sicherheitsanforderungen entspreche. Alle FFP-Masken unterliegen einer europäischen Verordnung für Schutzausrüstungen (Verordnung EU 2016/425). „Die Hersteller müssen von einem unabhängigen Sachverständigen die Sicherheit ihrer Maske untersuchen lassen. Dafür gibt es dann ein Zertifikat mit Konfomitäts-Kennzeichen.“ Dieses Kennzeichen beginnt mit den Buchstaben „EN“, gefolgt von einer Zahlenkombination.

Wenn CE-Prüfabzeichen und EU-Konformitäts-Kennzeichen auf der Maske zu finden sind, könne der Verbraucher sicher sein, dass er die richtige Maske in den Händen hält, so Petra Isenhuth. Um die Sache aber noch ein wenig komplizierter zu machen, gibt es auf dem Markt auch Masken mit der Typenbezeichnung KN 95. Das sind Masken, die nicht in Deutschland und Europa zertifiziert wurden, sondern in einem anderen Land, zum Beispiel China, den USA oder Kanada. Wenn diese Masken ebenfalls ein EU-Konfomitätskennzeichen haben, können sie genutzt werden, erklärt Petra Isenhuth.

Warum sie aber auf diese Qualitätsstandards aufmerksam macht, seien die Fälschungen auf dem Markt. „Ob im Internet oder sogar in manchen Supermärkten, Mund-Nasenschutz-Masken werden massenweise und zu billigen Preisen angeboten. Der Verbraucher kann aber, wenn er sich nicht auskennt, kaum entscheiden, ob diese Masken tatsächlich auch schützen“, so die Apothekerin. Erkennen könne man solche Masken etwa daran, dass sie gleichzeitig die Kennung FFP 2 und KN 95 tragen. Bei einigen fehle die CE-Kennzeichnung ganz.

Die Apotheken haben sich, so Petra Isenhuth, mit ausreichend FFP-2-Masken eingedeckt. Zu einem Engpass werde es ihrer Einschätzung nach nicht kommen. An dieser Stelle erläutert sie noch den Unterschied zwischen den FFP-2-Masken und den sogenannten OP-Masken (Grün oder Weiß). Die OP-Masken können genutzt werden, aber bei ihnen handele es sich tatsächlich nur um Einweg-Masken.

Nach dem einmaligen Gebrauch sollten sie nicht weiter verwendet werden, weil sie, nach dem sie feucht geworden sind, ihre Wirkung verlieren. Und bei verschmutzten OP-Masken könne es sogar zu Hautreaktionen im Gesicht kommen. OP-Masken sind ebenfalls CE-zertifiziert, allerdings tragen nicht die Masken den Aufdruck, sondern die Verpackungen.

Die FFP-2-Masken sind zwar auch Masken, die eigentlich nur für den einmaligen Gebrauch gedacht sind. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass, wenn diese Masken nach dem Gebrauch an einem Tag sieben Tage zum Trocknen aufgehängt werden, sie wieder verwendet werden könnten. Allerdings, schränkt Petra Isenhuth ein, „das geht nur fünf Mal, danach ist auch die FFP-2-Maske wirkungslos“. Sie rät, sich mindestens sieben Masken zu besorgen, sie durchzunummerieren und täglich zu wechseln.

Oft wird Petra Isenhuth auch gefragt, ob FFP-3-Masken nicht noch besser wären. „Das sind sie für den Virenschutz nicht, denn diese Masken haben ein Ventil. Das schützt den Träger vor dem Einatmen von Schadstoffen, seine eigene Atemluft wird aber über das Ventil ungefiltert in die Umgebung abgegeben.“

Ein weiteres Thema sind die Berechtigungsscheine für Risikogruppen, die von den Krankenkassen verschickt werden. Immer wieder melden sich Menschen, die ein Anrecht darauf haben, aber noch keine Bezugs-Coupons zugeschickt bekommen haben. Auf Volksstimme-Anfrage erklärte AOK-Pressesprecher Sascha Kirmeß dazu, dass die Berechtigungsscheine selbst von der Bundesdruckerei gedruckt und in „Wellen an die Krankenkassen geliefert werden“. Bei der AOK gehören rund 400.000 Versicherte zu den Berechtigten, die Krankenkasse habe bis jetzt aber erst rund 290.000 Scheine bekommen und auch bereits verschickt. Man rechne in den nächsten Tagen mit einer weiteren Sendung der Bundesdruckerei, so dass bis zum Ende diesen Monats alle Berichtigten der AOK ihre Bezugsscheine bekommen würden.

Für Apothekerin Petra Isenhuth ist die gestaffelte Versendung von Bezugsscheinen kein Problem. „Im Gegenteil, dann kommt es nicht, wie im Dezember, zu langen Warteschlangen vor den Apotheken. Und enge Warteschlangen sind ja das, was wir zurzeit nicht grade brauchen.“