Greenpeace-Aktion

Wie ein Magdeburger den Gleitschirm-Absturz im Stadion in München erlebte

Der EM-Auftakt der DFB-Elf ist in München von einem verunglückten Greenpeace-Vorfall überschattet worden. Andreas Müller aus Magdeburg war live in der Arena dabei.

Von Marco Papritz
Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels in München sorgte am Montagabend eine verunglückte Aktion eines Greenpeace-Aktivisten für Aufsehen: der Mann stürzte mit einem Fallschirm in die Arena.
Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels in München sorgte am Montagabend eine verunglückte Aktion eines Greenpeace-Aktivisten für Aufsehen: der Mann stürzte mit einem Fallschirm in die Arena. Foto: dpa

München/Magdeburg - Auch einen Tag nach der Aktion am Dienstagabend in München, die als mahnender Protest gedacht und dann gehörig schief gegangen war, ist Andreas Müller fassungslos. Lange hat sich der Betreiber des Fanladens „FCMtotal“ auf das Gruppenspiel der Fußballnationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich gefreut, ist einer von gerade einmal 14 500 Besuchern in der Arena, die beim Gruppenauftakt dabei sein durften. Stars wie Kylian Mbappé und Thomas Müller spielten sich auf den Rasen ein, als plötzlich die Blicke der Zuschauer und die Kameras in den Himmel schwenkten. „Wir dachten, das gehört zur EM-Show und haben uns zunächst nichts dabei gedacht, als ein Gleitschirmflieger mit einem gelben Ball angeschossen kam. Dann wurde aber schnell klar, dass da etwas nicht stimmt“, so Müller, Fußballfan durch und durch.

Andreas Müller

Was nicht gänzlich im Fernsehen zu sehen ist, beschreibt er als „Extremsituation“: Der Umweltaktivist hat sich, wie am Mittwoch bekannt wurde, in den Blitzableiterleitungen der Arena verfangen „und trudelte in die Arena immer weiter in Richtung des französischen Fanblocks“, so Müller. Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht, der 38-jährige Gleitflieger (mit der Parole „Kick out oil!“ auf dem gelben Gleitschirm) kann mit seinem motorisierten Gefährt einen unkontrollierten Absturz noch verhindern und irgendwie auf dem Platz landen. Dennoch gibt es mindestens zwei Verletzte, die von ihm am Kopf getroffen wurden. Dies teilte die Polizei mit. Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruchs wurden eingeleitet.

Andreas Müller hofft auf einen positiveren Abend, wenn die DFB-Elf gegen Portugal antritt – sowohl vom Drumherum als auch vom Ergebnis her. „Ich bin optimistisch, dass es noch mit dem Weiterkommen klappt“, sagte er. Am Sonnabend ist der Magdeburger wieder in München dabei.

Zum Auftakt der Gruppenphase für die DFB-Elf zeigte  Andreas Müller  seine Fanleidenschaft zum 1. FC Magdeburg. Trotz der Niederlage ist Müller optimistisch fürs Weiterkommen.
Zum Auftakt der Gruppenphase für die DFB-Elf zeigte Andreas Müller seine Fanleidenschaft zum 1. FC Magdeburg. Trotz der Niederlage ist Müller optimistisch fürs Weiterkommen.
Foto: Franziska Schmidt