Magdeburg l Im Westen Magdeburgs herrscht rege Bautätigkeit: Beiderseits der Straße Kümmelsberg entstehen neue Eigenheimsiedlungen. Für das Gebiet auf der Ostseite hat die Stadtverwaltung Magdeburg jetzt die Vorschläge für die Adressen der künftigen Hausbesitzer vorgelegt.

Im südlichen Bereich werden insgesamt 71 Parzellen für Einfamilienhäuser entstehen. Um diese für den Verkehr zu erschließen, werden neue Straßen angelegt. Insgesamt sollen drei Namen vergeben werden. Bei deren Wahl hat sich die Stadtverwaltung am Magdeburger Recht und der Erinnerung daran orientiert. So soll die Ringstraße Radomstraße genannt werden, die beiden davon abgehenden Straßen sollen Vilniusweg und Kaunasweg heißen.

Bezug zum Magdeburger Stadtrecht

Osteuropäische Städte mit historischen Verbindungen zu Magdeburg war die Vorgabe bei der Namenssuche gewesen. Die Verbreitung des Magdeburger Stadtrechts seit dem 12. Jahrhundert hat dabei als Ausgangspunkt gedient. Radom übernahm ab 1364 die als Magdeburger Recht bekannten Regelungen in sein Stadtrecht. Seit 2008 ist Radom zudem auch Partnerstadt von Magdeburg, im Juni wird das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert. Aus diesen Gründen soll die Hauptzufahrt Radomer Straße heißen.

Für die südlich von ihr abgehende Straße schlägt die Verwaltung die litauische Hauptstadt Vilnius als Namensgeber vor. Sie gehört bereits seit 1387 zu den Städten des Magdeburger Rechts. Für die nördliche Straße soll die zweitgrößte litauische Stadt Kaunas Pate stehen, die seit 1408 das Magdeburger Recht verwendete.

Ausstellung im Magdeburger Museum

Mit der Benennung würde es einen positiven Nebeneffekt geben. Sie könnte auf die geplante Ausstellung des Kulturhistorischen Museums zum Thema des Magdeburger Rechts im Jahr 2019/2020 hinweisen, heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat.

Die Entwicklung der Flächen zwischen Kümmelsberg und Zum Lindenweiler läuft bereits seit 1997. Während der nördliche Bereich bereits eine große Siedlung geworden ist, waren die südlichen Flächen zunächst für eine mögliche gewerbliche Nutzung zurückgehalten worden. Weil sich dafür aber über die Jahre kein Interessent fand, war die Stadtverwaltung Magdeburg umgeschwenkt und hatte die Flächen für den Wohnungsbau freigegeben.

190 Eigenheime sollen entstehen

Bis zu 190 Häuser sollen auf dem Areal entstehen. Die Stadt selbst hatte im vergangenen Herbst 34 Parzellen zum Kauf angeboten, die übrigen 37 des ersten Abschnitts werden von privaten Eigentümern vermarktet.

Die Erschließungsarbeiten laufen seit 2017. Für 1,9 Millionen Euro werden bis August 2018 neben den Straßen Gehwege, Beleuchtung, Spielgeräte und ein Lärmschutzwall angelegt.