Börde l Mit der Vereinbarung soll die Digitalisierung der Schulen und öffentlicher Einrichtungen maßgeblich vorangetrieben werden. Die Bauinvestitionssumme beträgt zirka 220 Millionen Euro. Die ersten derartigen Glasfaseranschlüsse werden in den Einheitsgemeinden Stadt Oschersleben (Bode) und Stadt Oebisfelde-Weferlingen aktiviert.

Bildungsarbeit benötigt Glasfasernetze

Mit einem Kreistagsbeschluss hat sich der Landkreis Börde verpflichtet, seine Schulen an die kommunalen Giga-Netze der acht ARGE-Gemeinden anzuschließen. Am vergangenen Mittwoch wurden die Verträge über die Bereitstellung der Internetdienstleistungen an den Netzbetreiber übergeben. Auf dieser Grundlage können mit dem fortschreitenden Ausbau des Gesamtnetzes und der flächendeckenden Aktivierung alle Landkreis-Schulen in den acht Gemeinden nacheinander an das Glasfasernetz gehen.

Insgesamt fünfzehn der Schulverträge garantieren den Schülern sogenannte symmetrische Gigabit-Internetleitungen. Hinsichtlich der aktuellen Anforderungen an einen digitalen Schulbetrieb und an die Anforderungen beim Homeschooling seien leistungsstarke Down- wie Upload-Geschwindigkeiten garantiert.

„Es erfüllt mich mit Stolz, dass wir das kommunale Glasfasernetz konsequent und Hand in Hand realisieren,“ brachte es der Landrat des Landkreises Börde, Martin Stichnoth (CDU), auf den Punkt. „Umgesetzt vor Ort wird dieses Netz vor allem durch das Engagement der Bürgermeister, der Gemeinderäte, der Bauämter und der Einwohner, die für ihr Giga-Netz gekämpft haben und dieses mitformen. Die Digitalisierung generell und nicht nur im Bildungsbereich benötigt Glasfasernetze, je eher, desto besser.“ Bei der Vertragsübergabe mit dabei waren auch die Vertreter des Amtes für Bildung und Kultur und der Stabsstelle Breitband. Die Vertreter des Netzbetreibers DNS:NET wurden zur Unterzeichnung coronabedingt online zugeschaltet. Mit der Unterzeichnung des Vertrages und der finalen Unterschrift gehen die Schulen nun in den nächsten Wochen online.

Finanzierung durch Bund undGemeinden

Holger Haupt, Breitbandkoordinator der Börde-ARGE Breitband erläutert: „Mit der Gründung der ARGE als eine interkommunale Gemeinschaft und dem Abschluss der Vorverträge konnten die Voraussetzungen für den heutigen Tag geschaffen werden. Dank der fortlaufenden konsequenten Ausbautätigkeit der acht Gemeinden können jetzt auch die Schulen bald online gehen.“ Die Finanzierung des Glasfasernetzes würden die acht Gemeinden und der Bund übernehmen. Das kommunale Giga-Netz und der digitale Zugang der Schulen seien ein Beitrag für gleichwertige Lebensverhältnisse.

Friederike Hecht, Leiterin des Amtes für Bildung und Kultur beim Landkreis Börde: „Seit dem letzten Jahr und der Covid-19-bedingten Einführung von Homeschooling ist die Bedeutung von Glasfaseranschlüssen für unsere Schulen unübersehbar. Die Pandemie deckt die Schwachpunkte schonungslos auf.“ Umso mehr seien sie als Schulträger den Gemeinden der ARGE-Breitband und dem Netzbetreiber für die Erschließung der Schulen mit Glasfaseranschlüssen und der Versorgung mit Breitbanddiensten dankbar. Ihr sei bewusst, dass diese Verbindungen keine Zwischenlösung, sondern die leistungsfähigste Variante für einen Internetanschluss sind. Das Augenmerk richte sich nun auf die technische Verbesserung innerhalb der Schulgebäude aus. Neben der glasfaserbasierten Inter­net­anbindung sollen die Schulen auch mit einer WLAN-Funkversorgung ausgestattet werden. „Es bleibt also noch viel zu tun“, konstatiert Hecht.

Stefan Holighaus, Geschäftsleitung der DNS:NET, stellt fest: „Der Begriff der digitalen Schule bekommt mit der Glasfasertechnologie nun eine ganz andere Bedeutung. Lehrern, Schülern und Eltern wird derzeit pandemiebedingt viel Engagement und ebenso Disziplin abverlangt. Insofern freuen wir uns sehr, dass es endlich losgehen kann mit dem Anschluss der Schulen ans Giganetz.“ Gigabit-Geschwindigkeiten seien für Schulen und Bildungseinrichtungen noch kein Standard.