Oebisfelde/Buchhorst l Seit einigen Jahren wird in Ortschaften und der Natur im Drömling eine massive Vermehrung der Population des Eichenprozessionsspinners beobachtet, stellt Jürgen Schulz in seinem offenen Brief an Landrat Hans Walker (CDU) und Bürgermeister Hans-Werner Kraul (CDU) fest. Schulz stellt für sich fest und teilt mit: „Eine touristische Nutzung des Drömlings ist seit mehreren Jahren schon unverantwortlich, da die gesundheitsgefährdenden Reaktionen durch den EPS seit langem bekannt sind. Gleichwohl, so die Mahnung, ist der Drömling eine lebens- und erhaltenswerte Naturlandschaft. Damit diese Region für die Landwirtschaft und für touristische Zwecke nutzbar bleibt, muss sie gepflegt und geschützt werden, sieht Schulz eine Wechselbeziehung, die durch die EPS-Population gefährdet wird.

Wie Schulz aus der Volksstimme vom 24. Februar erfahren hat, werden aktuell im Altmarkkreis Salzwedel in 2018 wiederum Bekämpfungsaktionen gegen die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners koordiniert. Für Schulz stellt sich die Frage, weshalb kurzfristig finanzielle Mittel vom Landes-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie bereitgestellt wurden, diese jedoch nicht von den Behörden in Haldensleben und Oebisfelde in Anspruch genommen werden. Für Schulz besteht dringender Handlungsbedarf, denn „auch der Drömling, speziell der Ortsteil Buchhorst und seine Umgebung sind massiv von diesen gesundheitsgefährdeten Schädlingen befallen“. Wie er einschätzt, „ist der Befall sogar noch extremer als im Salzwedeler Raum“.

Lokal auf Buchhorst gerichtet wurde nach Auffassung von Schulz bisher wenig gegen die EPS-Brut unternommen. „Einige Maßnahmen gingen auf private Initiativen zurück und waren nur in unmittelbarer Nähe von Privatgrundstücken wirksam“, fordert Schulz offizielle Hilfen von Behördenseite.

Bilder

Befall so gut wie überall

Von Landrat Walker und Bürgermeister Kraul verlangt der Buchhorster Antworten auf die Fragen, welche Maßnahmen im Raum Oebisfelde geplant sind und wie die Erfassung und Koordinierung der zu behandelnden Schwerpunkte im Landkreis Börde, speziell im Gebiet des Drömlings erfolgen sollen? Schulz sieht in den lokalen Bereichen nördlich von Buchhorst entlang der Ohre, entlang der Straße nach Hopfenhorst/Köckte, in Richtung Dannefeld, entlang des Ziebartweges bis zur Weddendorfer Kanalbrücke und an der Straße nach Wolmirshorst unmittelbare Maßnahmen gegen die Ausbreitung der ESP-Population für erforderlich an.

Sein Fazit: „Wenn die Bekämpfung wirksam gegen den EPS organisiert werden soll, muss eine großflächige Maßnahme eingeleitet werden, weil auch die Wälder entlang des Mittelgrabens und des Mittellandkanals betroffen sind.

Für die Stadtverwaltung Oebisfelde-Weferlingen antwortete am gestrigen Montag auf Anfrage der Volksstimme der für die EPS-Bekämpfung zuständige Amtsleiter Detlef Meyer. Der sieht ebenso wie Schulz die Gefahr, dass sich die EPS-Population immer weiter ausbreiten könnte. Grundsätzlich muss aber zwischen den Bereichen der bebauten Gebiete und denen von naturbelassenen Flächen unterschieden werden.

„Für die Ortschaften, eben auch für Buchhorst“, so Meyer, „sind auch in diesem Jahr wie in den beiden zurückliegenden zentrale Bekämpfungsaktionen in bebauten Gebieten seitens der Stadtverwaltung vorgesehen. Gerade in Hopfenhorst hatte die Stadt im vergangenen Jahr massiv von der Spinnerbrut befallene Bäume absaugen lassen. Und es wurden generell in gefährdeten Wohngebieten Bekämpfungsmittel gegen die EPS-Raupen ausgebracht. Dort, wo es zu einem Einzelbefall gekommen war, handelten wir unmittelbar. Das halten wir auch weiterhin so“, stellt Meyer fest.

Die Anfrage bei den Landkreis Börde blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Die Nachfrage bei der in Sachsen-Anhalt für die EPS-Bekämpfung federführenden Behörde Landeszentrum Wald in Halberstadt hatte zur Folge, dass die an das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie weitergeleitet wurde.