Wolfsburg l An der Spitze dieses großen Unterhaltungsunternehmens mit 92 Mitarbeitern aus 25 Nationen steht der 43-jährige Sascha Melnjak. Der gebürtige Stuttgarter übernahm 2007 den Zirkus Charles Knie und führte das Unternehmen als Seiteneinsteiger ohne jegliche Artistenhistorie in die Erfolgsspur eines traditionellen Zirkusbetriebs, der pro Jahr ein Publikum von bis zu 500.000 Zuschauern in 50 Städten europaweit begeistert. Bemerkenswert: Allein die täglichen Gesamtkosten für den Betrieb belaufen sich auf über 15.000 Euro täglich, so Pressesprecher Patrick Adolph.

Gleich zwei international ausgezeichnete Tierlehrer präsentiert der Zirkus Knie seinem Publikum: Das ist zum einen Marek Jama, der im Januar 2017 für seine Pferde-Dressurnummer beim 41. Internationalen Circusfestival von Monte Carlo von Prinzessin Stephanie mit einem „Silbernen Clown“ ausgezeichnet wurde. Zum anderen ist das Alexander Lacey, ein Weltstar, der erst in diesem Jahr beim Zirkus Knie seine atemberaubende gemischte Raubtierdressur zeigt. Laceys Raubtierdressur wurde beim Monte-Carlo-Festival sogar mit dem „Goldenen Clown“ gewürdigt.

Lacey war als Ensemble-Mitglied beim weltgrößten Zirkus, dem „Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus“. Das Unternehmen geriet wegen Elefantendressuren in die öffentliche Kritik, gab im Mai 2017 nach 146 Jahren den Betrieb offiziell aus wirtschaftlichen Gründen ganz auf. Eine neue Heimat hat der Star-Dompteur beim Zirkus Knie gefunden.

Mittlerweile ist Lacey seit über 25 Jahren Tierlehrer und Kenner von Raubkatzen. Seine Löwen und Tiger, wie übrigens alle anderen Tiere beim Zirkus Knie, sind in menschlicher Obhut geboren, aufgewachsen und wurden ausgebildet. „Um Kunststücke zu vollführen, werden meine Katzen weder gequält noch drangsaliert. Mit viel Nähe, Zuspruch und Lob, aber stets mit der notwendigen Aufmerksamkeit bringe ich meine Babys dazu, Verhalten so einzuüben, dass das Publikum davon begeistert ist“, erklärt der Star-Dompteur bei einer kurzen Schauvorführung für die Presse am Montag.

Derzeit arbeitet Lacey mit einer jungen Generation von 8- bis 12-jährigen Raubkatzen. Sie haben ihr Können zusammen mit den Elterntieren erlernt. „Bei mir dürfen die Katzen bis zum letzten Atemzug in ihrem Raubtierleben in der Manege aktiv sein“, heißt es von dem Tierlehrer, der seine Großtiere immer wieder mit Zuwendung begegnet, dabei jedoch nie deren Gefahrenpotenzial vergisst. Lacey überlässt nichts dem Zufall, zeigt, dass auch er schmusefromm sein kann, wenn die Katzen seine Anweisungen befolgen. Ansonsten folgen Ansagen, die von den Tieren respektiert und befolgt werden.

Proteste gegen Zirkusse

Gerade weil es immer wieder zu Protesten gegen Tierhaltungen in Zirkussen kommt, lädt der Zirkus Knie am Sonnabend, 16. Juni, von 11 bis 13 Uhr zu einer kostenlosen Tierschau auf dem Zirkusgelände am Allerpark ein. Dort wird es dann auch eine kommentierte Probevorführung mit Raubtieren geben, informiert Pressesprecher Adolph.

Für Kinder bietet der Zirkus Charles Knie an diesem Tag auch ein Mitmach-Programm. Artisten leiten die jungen Besucher an, damit die kleinere Kunststücke vielleicht ganz allein beherrschen können.

„Manege frei!“ wird es ab dem heutigen Dienstag täglich um 16 und 19.30 Uhr heißen. Die Kunststücke der insgesamt 35 Artisten sind am Sonntag, 17. Juni, nochmals um 11 und 15 Uhr zu erleben.

Eine Vorstellung mit insgesamt 22 Darbietungen der 21 Artisten und Tierlehrer, sowie Live-Musik von der 8-Mann-Kapelle und den Auftritten von Sängerin Kathi Azzario-Lacey, dem Show-Ballett und den Späßen von und mit Clown Henry dauert kurzweilige 150 Minuten.

Kartenreservierung telefonisch unter 0171/946 24 56 oder unter http://www.zirkus-charles-knie.de. Kartenverkauf täglich ab 10 Uhr an der Zirkuskasse.