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Freizeit in Oschersleben Ein Leben lang Heimweh nach Ausleben

Impressionist Heinrich Gans ist erneut Thema einer Lesung in der St.-Petri-Kirche.

Von Yvonne Heyer 29.08.2025, 16:56
Weihnachtsmarkt in Berlin im Schnee - dieses Bild wurde 1965 in München ausgestellt.
Weihnachtsmarkt in Berlin im Schnee - dieses Bild wurde 1965 in München ausgestellt. Repro: Morgenthal

Ausleben. - Zu einer Lesung über den Maler Heinrich Gans wird in der St.-Petri-Kirche in Ausleben am Sonnabend, 20. September, eingeladen. Eine erste Lesung über den bekannten Maler fand im vergangenen Jahr statt.

Heinz Morgenthal vom Freundeskreis „Dorfgeschichte Ausleben“ hat sich über viele Jahre intensiv mit dem bekannten Sohn des Dorfes, mit dem Leben und Wirken des Malers Heinrich Gans beschäftigt und auch mehrere Bücher über den Impressionisten geschrieben.

Während der Veranstaltung am 20. September werden Nina, Niklas und Andrea Kagelmann aus Briefen und Beiträgen über und von dem Maler und Menschen Heinrich Gans lesen. Die Lesung umfasst den Zeitraum von 1953 bis zu seinem Tod 1973. Im ersten Teil wird über seine jährlichen Ausstellungen im „Haus der Kunst“ in München sowie über Rezensionen zu seinem ausdrucksstarken Malstil berichtet. Besonders stolz war Heinrich Gans seinerzeit, dass das Gemälde „Berliner Weihnachtsmarkt im Schnee“ 1965 für den Ausstellungskatalog ausgewählt wurde.

Aus Briefen, die der Maler aus Starnberg an die „junge Frau“ in der einstigen Heimat schrieb, wird im zweiten Teil der Veranstaltung gelesen. Die Briefe vermitteln einen Eindruck über den alternden, vom ständigen Heimweh geplagten Maler. Jene junge Frau stammte aus dem Nachbarort Auslebens. Nach der Bekanntschaft mit ihr malte er wie besessen, einmal in drei Monaten 85 Bilder.

Vom Heimweh nach Ausleben geplagt, bemerkt Heinrich Gans in einem Brief: „ … das Gewaltige ihrer Gegend sind die riesigen Felder mit dem freudigen Glanz, mit dem graugrünen Wellenschlag der Ähren und Halme. Sollte ich noch einmal in Ausleben wohnen, so baue ich mir eine kleine Hütte auf dem Rützberg und lausche dem Geraune der Unendlichkeit, glotze in die Sonne, die über die Felder wandert, höre auf den Ruf der Rebhühner und den Liedern der Lerchen.“

Veranstaltungsbeginn ist am Sonnabend, 20. September, um 14.30 Uhr. „Jedoch sind die Besucher bereits ab 13.30 Uhr in der Kirche zu einem Empfang mit kleiner Ausstellung willkommen. Bilder von Heinrich Gans werden in der Kirche ausgestellt. Die kleine Gemäldeausstellung zeigt Bilder aus verschiedenen Malphasen des Impressionisten“, berichtet Heinz Morgenthal.

Die Lesung wird musikalisch begleitet von Elisabeth Stritzke, Musikschülerin an der Musikschule „Kurt Masur“ in Oschersleben.

Die Veranstaltung kann trotz der aktuellen Bauarbeiten am Kirchturm stattfinden.

Der berühmte Sohn Auslebens, Heinrich Gans, wurde am 8. April 1890 und damit vor 135 Jahren, geboren. Heinrich Gans erblickte das Licht der Welt in der Börde, studierte Landwirtschaft und fand erst über Umwegen den Weg zur Malerei, machte sich später einen Namen als Impressionist.

In der Kirche St. Petri, in der sich die dorfgeschichtlichen Stuben der Großgemeinde Ausleben befinden, können Besucher im Gedenkraum für den berühmten Sohn des Dorfes mehr über den Maler Heinrich Gans erfahren. In diesem Raum sind nicht nur zahlreiche Gemälde zu finden, über das Leben des Malers gibt auch eine Fotoserie Auskunft.