Ungewöhnlicher Einsatz am Wanzleber Rathaus

Feuerwehr rettet Falken und bringt ihn ins Nest

Von Sabrina Trieger

Zu einem tierisch außergewöhnlichen Rettungseinsatz ist die Wanzleber Wehr am Sonnabend gerufen worden. Ein kleiner Falke war aus seinem Nest vom Rathausdach gefallen. Die Kameraden brachten ihn mit Hilfe der Drehleiter wieder in sein warmes Nest zurück.

Wanzleben l Zu einem ungewöhnlichen Tierrettungseinsatz mussten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wanzleben am Sonnabend um 14.40 Uhr ausrücken. Klaus Wrüske, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und aktives Feuerwehrmitglied, hatte gegen 14 Uhr bei seinem Kontrollgang am Rathaus auf der Wiese nahe des Hofparkplatzes einen Jungfalken entdeckt, der offensichtlich aus dem Nest gefallen war.

"Nachdem Ortsbürgermeister Sandro Meyer Rücksprache mit Wanzleber Naturschützern gehalten hatte, wurde entschieden, das Jungtier wieder zurück ins Nest zu setzen", berichtet Stadtfeuerwehrsprecher Sven Nevermann.

Nach 30 Minuten wieder bei der gefiederten Familie

Ortschef Sandro Meyer, ebenfalls aktives Mitglied der Wehr, hob den jungen Falken vorsichtig mit seinen Handschuhen vom Grün auf, um gemeinsam mit ihm in den Korb der Drehleiter, die am Rathaus Stellung bezogen hatte, zu steigen.

"Dank der präzisen Arbeit des Drehleitermaschinisten Christian Bema fand sich der Jungvogel kurze Zeit später unversehrt hoch oben auf den Rathausdach in seinem familiären Nest wieder", erzählt Nevermann. Hier saßen noch zwei weitere Jungtiere. Während des gesamten 30-minütigen Einsatzes habe sich die Vogelmutter am Nest nicht blicken lassen.

Den letzten außergewöhnlich tierischen Rettungseinsatz hatten die Kameraden Anfang Mai 2009, als 13. des Einsatzjahres (insgesamt 59), absolviert. Dabei hatten vier Einsatzkräfte ausgebüxte Hühner aus einem am Wanzleber Markt leerstehenden Haus einfangen müssen, erinnert sich Nevermann. Für das Manöver hatten die Helfer damals 20 Minuten benötigt.

Gleich drei Einsätze am Rathaus an nur einem Tag

Für die Kameradinnen und Kameraden der Wanzleber war jene Jungvogelrettung bereits der zweite Einsatz des Tages. Bereits um 10.40 Uhr hatte die Brandmeldeanlage des Rathauses Alarm ausgelöst. Zwölf Einsatzkräfte rückten mit drei Einsatzfahrzeugen aus. "Ein Brand konnte nicht festgestellt werden. Deshalb wurde die Anlage zurückgesetzt und die Wartungsfirma über den Fehlalarm informiert", erläutert Nevermann.

Und auch der dritte Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. Denn um 21.55 Uhr löste die Anlage erneut aus. Dieses Mal starteten elf Einsatzkräfte mit dem Einsatzleitwagen, dem Tanklöschfahrzeug und der Drehleiter vom Gerätehaus. "Auch in diesem Fall konnte kein Brand festgestellt werden. Die Anlage musste abermals zurückgesetzt werden."

Gegen 22.30 Uhr kehrten alle am Einsatz beteiligten Kameraden wieder einsatzbereit ins Gerätehaus der Wehr zurück.