Oschersleben l Kein Ort schien passender als das Freibad im Norden der Bodestadt selbst. Elf Interessierte fanden sich am Donnerstagabend in dem Kleinod zusammen, um den seit Jahren von vielen geforderten Freibadförderverein aus der Taufe zu heben. Zu den Gründern gehörten unter anderem Stadtrat Olaf Pankow (SPD) als einer der maßgeblichen Initiatoren, Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos), sein Vater und Stadtratsmitglied Burkhard Kanngießer (SPD), die beiden Gründerinnen der einstigen Bürgerinitiative „Rettet das Freibad“ (BI) Ines Schreinert und Anke Hustedt (SPD im Stadtrat), Sohn Robert Hustedt, Stadtrat Nico Haase (Wir für Emmeringen), Unternehmer Andreas Junge und Ulrich Hoppe, Mitglied der DRK-Wasserwacht und ebenfalls Stadtratsmitglied (Die Linke) sowie TAV-Geschäftsführerin Vinny Zielske.

Erste Vorhaben

Nach der Begrüßung stellte Olaf Pankow zunächst die Tagesordnung vor, die dann beschlossen wurde. Anschließend wurde nach einer ersten kurzen Diskussion der Name des neuen Vereins beschlossen. Demnach wird die Gruppierung offiziell „Förderverein Freibad Oschersleben“ heißen.

Danach wurde der Vorstand gewählt. So ist Olaf Pankow zum 1. Vorsitzenden benannt worden und Vinny Zielske zur 2. Vorsitzenden. Bärbel Bittner wird das Amt der Schatzmeisterin übernehmen während Robert Hustedt der Schriftführer des Fördervereins sein wird.

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Oberstes Ziel ist laut Vereinssatzung der Erhalt des Freibades zur Förderung des Sports und der Erholung. So wollen die Mitglieder künftig zugunsten der Einrichtung Sponsorengelder auftreiben beziehungsweise den Erhalt und Betrieb des Freibades mit Sach- und Dienstleistungen unterstützen. Außerdem soll mit Dritten wie Sportvereinen oder der DRK-Wasserwacht zusammengearbeitet werden.

„Ich freue mich, dass es endlich los geht und engagierte Bürger an der Seite zu wissen, die das Freibad erhalten und weiterentwickeln wollen“, sagte Olaf Pankow. Der Vereinsvorsitzende teilte in diesem Zusammenhang auch gleich den ersten Termin mit. So wird für Freitag, 7. September, zum Saisonabschluss mit Cocktail-Abend eingeladen.

Auch erste handfeste Pläne konnte Pankow bereits vorlegen. So soll der Kiosk am Eingangsbereich umgebaut werden. Ein weiteres Vorhaben ist die Sanierung des Planschbeckens. Das soll neue Fliesen bekommen, die die Stadt über eine Firma verlegen lässt. „Wir haben uns vorgenommen, die alten Fliesen selbst zu entfernen“, erklärte der Vorsitzende.

Außerdem kündigte er noch für dieses Jahr eine erste Versammlung an, zu der er viele Interessierte und künftige Mitglieder erwarte.

Schon seit Jahren fordern Oschersleber Bürger und Lokalpolitiker die Gründung eines Freibadfördervereins in Oschersleben, zuletzt mit dem viel kritisiertem Beginn der aktuellen Freibadsaison in der Bodestadt. Der Start verlief nämlich in diesem Jahr sehr holprig und hatte mit Problemen in der Oschersleber Volksschwimmhalle zu tun. Dort war unvorhergesehen die Filteranlage ausgefallen. Der Einbau der neuen Technik hatte die Schließung der Einrichtung über mehrere Wochen nach sich gezogen. Das wiederum führte dazu, dass die Schwimmhalle zwei Wochen länger als geplant geöffnet hatte, um Schulschwimmen und Schwimmsport gewährleisten zu können. Oscherslebens Stadtpressesprecher Mathias Schulte hatte damals erklärt, die Verwaltung könne das Personal nur entweder für die Schwimmhalle oder für das Freibad vorhalten. Hat die Schwimmhalle geöffnet, fehle das Personal für das Freibad – und umgekehrt.

Auch technische Details hatte Schulte für den verspäteten Saisonstart verantwortlich gemacht. So habe wegen des späten Endes der Frostperiode erst Mitte März mit dem Wasserablassen der beiden Freibadbecken begonnen werden können. Das habe auch in diesem Jahr 42 Tage gedauert. Zudem mussten Fliesen verlegt und Fugen erneuert werden. Außerdem musste schadhafte Beckenfolie ausgebessert werden.

Daraufhin hatte BI-Mitbegründer Wolfgang Zahn, der auch Mitglied des Stadtrates (SPD) ist, nach eigenen Worten „mit Kopfschütteln“ reagiert. „Eine Stadt legt sich argumentativ immer schön alles so hin, wie es nötig ist. Vorplanung ist wohl unbekannt dort im Rathaus“, hatte Zahn mitgeteilt. Diese Aussage hatte unter anderem den Ortsbürgermeister von Hordorf und Stadtrat Norbert Kurzel (FUWG) auf den Plan gerufen, der Wolfgang Zahn scharf kritisierte. „Die Initiative sollte schnell mit dem Kopfschütteln aufhören und lieber fördern statt immer nur fordern. Ich kann nur anraten, einen Förderverein zu gründen und selbst Verantwortung zu übernehmen“, hatte Kurzel gemeint.

Doch schon Jahre zuvor war nach stets wiederkehrender Kritik durch die Mitglieder der einstigen Bürgerinitiative immer wieder die Gründung eines Fördervereins ins Spiel gebracht worden.

Telefonkontakt Förderverein Freibad Oschersleben: 03904/500 182.