Hötensleben l Der Starkregen am frühen Abend mit einer Niederschlagsmenge von etwa 30 Millimetern hielt kaum eine Viertelstunde an, doch das genügte, um im Ort eine Wasserstraße mit einem Pegel von 15 bis 20 Zentimetern über dem Asphalt zu erzeugen. Verstopfte Einläufe am Entwässerungssystem begünstigten offenbar den enormen Wasserstau, in dessen Folge auch Kellerungen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Die Hötensleber Feuerwehr erhielt deshalb um 19.18 Uhr eine erste Alarmierung. Der Ausrückort war zugleich der Einsatzort: Im Keller des Feuerwehrgerätehauses im Winkel war es zu einem Wassereinbruch gekommen. „Vermutlich sind die Wassermassen auch in den Abwasserkanal eingedrungen und sorgten für einen Rückstau, der es dann in den Keller drückte“, berichtet Feuerwehrsprecher Marcel Nienstedt. Noch während des Einsatzes wurden die Kameraden zu einem weiteren gefluteten Keller in einem Einfamilienhaus gerufen.

Land unter

„Land unter“ indes beobachtete besorgt die Nachbarschaft in der Ohrslebener Straße. Dort sammelte sich der Niederschlag aus mehreren Straßen und ließ kurzzeitig einen mehr als knöcheltiefen Bach entstehen. „Die Anwohner der Straße halfen sich selbst, indem sie die verstopften Einläufe zogen, damit das Wasser abfließen konnte“, so Nienstedt. Als Mitglied des Gemeinderats fügt er an: „Die unzureichende Reinigung der Straßeneinläufe beschäftigt immer wieder auch den Gemeinderat. Eine abschließende Regelung zu der Problematik konnte aber bisher nicht gefunden werden. Dieses jüngste Ereignis sollte zum Anlass genommen werden, schnell eine dauerhafte Lösung herbeizuführen und das Risiko von Schäden bei Hauseigentümern und Anwohnern zu verringern.“

Bürgermeister Horst Scheibel wertet das etwas anders. Er meinte auf Nachfrage am Montag: „Das war ein heftiger lokaler Starkregen mit einer Niederschlagsmenge in kürzester Zeit, für die das Entwässerungssystem nicht ausgelegt ist. Für sprechen hier von 30 Litern pro Quadratmeter in nur zehn bis 15 Minuten. Das Wasser kann dann einfach nicht schnell genug ablaufen.“

Einläufe werden gesäubert

Die Einläufe zu den Kanälen unter der Straße werden Scheibel zufolge zweimal im Jahr gesäubert. Unabhängig davon, habe er die Mitarbeiter des Gemeindebauhofs bereits direkt angewiesen, sich umgehend um eine neuerliche Reinigung zu kümmern: „Sie sind unterwegs.“

Zum Schadensausmaß im Gerätehaus konnten noch keine Angaben gemacht werden.