Arneburg-Goldbeck l Mit Stand von Anfang Januar 2020 leben 9156 Einwohner auf dem Territorium der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck. Das sind insgesamt 70 Einwohner weniger als 2019. Für Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau hält sich der Verlust in Grenzen, der drastische Rückgang hat sich reduziert. In einigen Orten wurden sogar mehr Zu- als Wegzüge registriert, was sich der Verwaltungschef unter dem Strich für die gesamte Verwaltungseinheit wünschen würde.

Zwei Gemeinden mit Zuwächsen

„Insgesamt zeigt sich die erfreuliche Entwicklung, dass in immer mehr Mitgliedsgemeinden die Zuzüge die Wegzüge übertreffen“, freut sich Schernikau über die aktuellen Zahlen der Einwohnerstatistik beispielsweise in Klein Schwechten, Hindenburg, Eichstedt, Rochau oder Arneburg. Von den insgesamt acht Mitgliedsgemeinden gibt es ein Duo, das sogar eine positive Bilanz im Vergleich zur 2018er Statistik hat: Die Gemeinden Hassel und Rochau konnten leicht zulegen. Die Rochauer gewannen drei Einwohner hinzu. Der Ortsteil Klein Schwechten mit 18 Zu- und elf Wegzügen (plus sieben) macht sich hier besonders stark bemerkbar, aber auch der Ort Rochau selbst (plus zwei) zeigt eine positive Tendenz. Rochaus Bürgermeister Dirk Zeidler freut sich über diese Entwicklung. „Wir versuchen, den Standort weiter beliebt und attraktiv zu halten, indem wir beispielsweise für günstige Nahwärme sorgen werden“, sagt Zeidler.

Auch die Gemeinde Hassel schneidet in der Statistik, die neben den Zu- und Wegzügen auch die Geburten und Sterbefälle aufgreift, mit einem positiven Wert (plus eins) ab. Die Nähe zur Kreisstadt Stendal könnte einer der ausschlaggebenden Punkte sein, weshalb Bürger Hassel und die Ortsteile als beliebt einschätzen. Der Ort Wischer in Nachbarschaft des Naherholungszentrums mit dem See verzeichnete 21 Zuzüge. Das wird nur übertroffen von den beiden größten Orten im Verbandsgebiet, Arneburg (68 Zuzüge) und Goldbeck (56), sowie Rochau (22).

Breitbandausbau soll Fahrt aufnehmen

Die Verbandsgemeinde unternimmt weitere Anstrengungen, um in Sachen Infrastruktur noch mehr Fortschritte zu machen. Auf der Fläche von rund 300 Quadratkilometern gibt es drei Grundschul-Standorte. Der Verbandsgemeinde-Chef ist einerseits froh, dass sich der Verbandsgemeinderat als oberstes Parlamant für alle drei Einrichtungen aussprach und sich andererseits die Lernorte sprichwörtlich herausputzen. In Goldbeck wächst neben der Sekundarschule ein Neubau heran, Arneburg wird aktuell durch einen Verbinderbau aufgewertet, den Iden bereits erhalten hat. Weitere Investitionen in die drei Standorte sind im Haushaltsplan verankert. Auch bei den Kindertagesstätten sieht sich die Verbandsgemeinde gut aufgestellt. Neun Kitas betreuen die Krippen- und Kindergartenkinder. Ebenfalls als einen wichtigen Faktor erachtet René Schernikau die schnelle Breitbandversorgung der Haushalte, die in diesem Jahr volle Fahrt aufnehmen soll. Dass viele Schulabgänger für ein Studium die Region verlassen würden, könne man nicht beeinflussen, sagt Schernikau. Aber dass ihnen nach dem Studium mehrere Möglichkeiten in der Altmark und somit auch in der Verbandsgemeinde offenstehen, sollte den jungen Leuten klar sein. „Der Rückkehrertag in Stendal ist dahingehend ein gutes Projekt“, betont Schernikau, der hinzufügt: „Auch in kleineren Betrieben hätte man sehr gute Chancen, sich einzubringen.“

Die meisten Neubürger des vergangenen Jahres wohnen in Arneburg (10), gefolgt von Goldbeck (6), Bertkow und Hohenberg-Krusemark (jeweils 4). Die Gemeinde Goldbeck mit ihren fünf Orten musste insgesamt einen Verlust von 100 Einwohnern – Spitzenwert unter den acht Mitgliedsgemeinden – hinnehmen. Allerdings zogen auch 93 Leute in die Gemeinde. Ebenfalls der Top-Wert.