Arneburg l Während der Einwohner-Versammlung am Freitagabend in der Arneburger Stadthalle stellte Metallbauer Eckhard Herrmann aus Eberswalde seine Entwürfe für die Heinrich-Statue vor. Bürgermeister Lothar Riedinger freute sich über das Interesse aus der Bevölkerung. Neben Stimmen, die die über zwei Meter hohe Plastik als eine Bereicherung auf dem Arneburger Burgberg betrachten, mischten sich auch kritische Töne.

Eckhard Herrmann würde für seine Figur für Heinrich I., der für den Bau mehrerer Burganlagen in der Region, so auch für die Arneburger, verantwortlich gewesen sein soll, Kupfer (getrieben, geschweißt) als Material wählen. Es sei robust. Der Metallbauer hätte sich ausführlich mit dem im 10. Jahrhundert lebenden Heinrich dem Vogler, wie der König des früheren Ostfrankenreiches auch genannt wurde, auseinandergesetzt. Eine erste Darstellung über ihn hätte es erst 200 Jahre nach seinem Tod gegeben. An dieser orientierte sich Herrmann. Er präsentiert Heinrich I. mit einem Zepter in der Hand, Reichsapfel und Friedenstaube. In der anderen Hand hält er einen Plan, den für die zu errichtende Burg. Als Symbol seiner Macht würde der Künstler auch auf das Schwert des Königs ungern verzichten. Die Figur soll nach Südosten ausgerichtet werden. Aus jener Richtung fielen zur damaligen Zeit die Ungarn ein.

Mehrere kleinere Figuren verteilt in der Stad

Ob der „bronzene Götze“ überhaupt eine Beziehung zu Arneburg hat, stellte Carsten Engelmann infrage. Er unterbreitete den Vorschlag, mehrere kleinere Heinrich-Abbilder an mehreren Stellen der Stadt, auch auf dem Burgberg, zu errichten. Sozusagen Multiplikatoren mit Wiedererkennungswert. Auf eine große Figur sollte seiner Meinung nach verzichtet werden. Ingrid Nakelski, die Anfang Mai einen Bürgerantrag einreichte, aufgrund dessen der Stadtrat eine Einwohner-Versammlung einberief, würde das für das Denkmal nötige Geld „für etwas anderes“ ausgeben. Sie nannte die Herrichtung des Naturlehrpfades, für die Gestaltung des Friedhofs, für die Schaffung eines Parkplatzes oder für eine Baumpflanz-Aktion als Beispiele. Sie glaubt, dass mit der Heinrich-Plastik auf dem Burgberg „nicht ein Bus mehr Touristen“ nach Arneburg käme.

Für Lothar Hinz zieht die Stadt einen Vorteil aus der Figur. „Sie wäre für die Tourismus-Entwicklung ganz wichtig“, betont der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins der Stadt, der das Thema vor einigen Jahren anschob. Dem Verein gehe es keineswegs um Glorifizierung. „Wir wollen die Attraktivität der Stadt nach vorne bringen.“ Auch Jörg Heiden sei überzeugt davon, dass die Heinrich-Skulptur Arneburg bereichern würde, wie er während der Versammlung sagte.

Der Bürgermeister betonte, dass der Stadtrat sich bereits seit 2012 mit Gestaltungsfragen zum Burgberg beschäftigt. Eine Arbeitsgruppe wurde daraufhin gegründet, die jedem Bürger offenstand. Eine Bachelor-Arbeit eines Studenten im Jahr 2015 diente als Grundlage für spätere Diskussionen zur Gestaltung des Areals. „Alle Seiten hätten sich öffentlich einbringen können.“

Zwei Favoriten der Entwürfe - eine sitzende und eine stehende Figur von Heinrich I. - haben sich als Ergebnis der ersten Vorstellung im Januar dieses Jahres herauskristallisiert. Beide Angeboten bewegen sich in ähnlichem Kostenrahmen: Die Stadt müsste etwa 30 000 Euro einplanen.

Spätestens zum 1100. Stadt-Geburtstag im Jahr 2025 möchten die Stadt-Verantwortlichen das Denkmal auf dem Burgberg einweihen.