Kirche

Glocke wieder funktionsfähig

Die Glocke kann wieder in vollem Klang über Altenzaun erschallen. Ein neuer Klöppel und ein neues Holzjoch wurden eingebaut.

Von Ingo Gutsche

Altenzaun l Die Glockenanlage ist wieder voll funktionsfähig. Ein Duo des beauftragten Unternehmens aus dem thüringischen Kölleda tauschte die maroden Teile aus und brachte ein neues Holzjoch, Klöppel und dazu ein Läuteseil an. Somit kann die Glocke der Altenzauner Feldsteinkapelle wieder ordentlich erklingen.

Problematisch war es für die beiden Monteure in der Altmark nicht. Nick Rieser und Rigo Rudel der Firma Glocken- und Turmuhren Christian Beck aus Kölleda (Landkreis Sömmerda) zeichneten für die finalen Arbeiten verantwortlich. Dafür mussten sie die rund 100 Kilogramm schwere Glocke nicht auf den Erdboden befördern, wie es beispielsweise bei anderen und größeren Exemplaren ihrer Art praktiziert werden muss. „Dann mit einem Flaschenzug“, meinte Rudel. Im Vergleich zu diesen Schwergewichtern ist die Glocke in Altenzaun ein Leichtgewicht. Trotzdem sei Präzision gefragt. Ein mit auf den Turm genommener Alu-Kasten diente den beiden als Abstellfläche für die Glocke, die aus ihrer Verankerung herausgelöst werden musste – anschließend erhielt sie einen neuen Klöppel und ein neues Joch.

Vor zwei Jahren gab es bei einem Termin mit einem Glockensachverständigen, der die Altenzauner Anlage in Augenschein nahm, die „Diagnose“: Dem Zustandsbericht zufolge hing eine relativ moderne kleine Glocke völlig lose an desolaten Beschlägen. Die Empfehlung: Das Holzjoch und der Klöppel müssen erneuert werden. Der Glockensachverständige gab ebenfalls den Hinweis, die Glocke bis zur Instandsetzung nicht mehr zu läuten. „Anderenfalls bestand die Gefahr, dass sie aus ihrer Aufhängung bricht und damit deutlich höhere Kosten zu erwarten wären“, sagt Christian Doogs vom Gemeindekirchenrat, der noch einmal zurückblickte. Denn die Kirchengemeinde musste 2014 schnell zu einer Entscheidung gelangen. Eigentlich schrieb sie sich die Sanierung des Innenraums der Kapelle auf die Fahnen. Welche Baumaßnahme soll zuerst durchgeführt werden? „Die Antwort war schnell gefunden“, so Doogs. „Was ist schließlich eine Kirche ohne Glockengeläut?“

Die Glocken-Sanierung wurde vorgezogen, die Innenraumsanierung muss noch warten. „Nach langen Prozessen des Einholens von Kostenangeboten, der denkmalrechtlichen Genehmigung und des Beschlusses des Gemeindekirchenrates erhielt die Firma aus Kölleda den Zuschlag“, blickte Christian Doogs zurück.

Die Arbeiten wurden verrichtet: Die Glockenanlage in Altenzaun erhielt ein neues Joch aus gut abgelagertem Eichenholz, der Klöppel wurde saniert und die Anlage insgesamt instand gesetzt, so dass zu Gottesdiensten und Andachten die Glocke wieder kräftig im Seilzugbetrieb geläutet werden kann.

Der nächste Gottesdienst ist für den dritten Advent (14 Uhr) geplant, informiert Doogs. Darüberhinaus wird es nach mindestens 30 Jahren wieder eine Christvesper am Heiligen Abend (16 Uhr) geben. Umso mehr ist es eine große Freude für die Altenzauner Einwohner, dass „ihre“ neue Anlage im vollen Klang über den Ort erschallen kann.