Osterburg l Die starke Auftragslage in der Baubranche dürfte in Rathäusern und Verwaltungsgebäuden gemischte Gefühle hervorrufen. Denn davon ab, dass die Unternehmen gut zu tun haben, sorgt die kräftige Nachfrage nach den Handwerkern für eine Verteuerung auch der Baumaßnahmen, die die öffentliche Hand in Angriff nimmt. Mit dieser Entwicklung ist der Landkreis Stendal bei seiner Osterburger Gymnasium-Baustelle konfrontiert.

Landkreis kürzt den Aufgabenkatalog

Neben zusätzlichen Leistungen, die sich erst während der Ausführung der in den Sommerferien 2017 gestarteten Arbeiten aufzeigten, führte vor allem die gute Auftragslage der Betriebe zu einer Erhöhung der Baukosten, macht Kreissprecher Edgar Kraul deutlich. Nun werde der Aufgabenkatalog ein wenig gekürzt, „einige Sanierungsarbeiten im Haus A werden zurückgestellt“, kündigt er an. Dass die Bruttobausumme von 3,57 Millionen Euro nicht einfach aufgestockt wird, ist in den Stark III-Fördergeldern begründet, auf die der Landkreis bei seinem Großprojekt zurückgreift. Nach der Förderrichtlinie dieses Programms dürfe das Gesamtinvestitionsvolumen von 3 Millionen Euro netto nicht übertroffen werden, betont Kraul.

Welche Maßnahmen deshalb im Haus A auf der Strecke bleiben, dazu äußert sich der Kreissprecher noch nicht. Weil es um die Verwendung von Fördermittel gehe, müssten die anvisierten Änderungen am Bauablauf vom Geldgeber genehmigt werden. Ein entsprechender Antrag sei erstellt, warte derzeit aber auf seine Bearbeitung. Und bevor die Genehmigung vorliege, dürften Details aus dem Antrag nicht öffentlich verkündet werden.

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Ausschreibungen mussten wiederholt werden

Dass Baufirmen stark nachgefragt sind, wirkt sich nach Krauls Angaben aber nicht nur auf die Finanzierung aus. Vielmehr ist das Großprojekt auch in zeitlichem Verzug. „Wir mussten Ausschreibungen wegen keiner oder überhöhter Angebote wiederholen. Deshalb konnte der ursprüngliche Plan, zum Unterrichtsbeginn 2018/19 die Mensa und das Erdgeschoss zur Nutzung zu übergeben, nicht gehalten werden“, erklärt er. Zum Stand beim Anbau, der die Mensa beherbergen soll, informiert der Kreissprecher, dass Bodenplatte und Rohbauwände fertiggestellt seien, zudem wurde die Decke montiert. Ebenso sei die Lüftungszentrale auf dem Fundament positioniert worden. Im Haus B sei der neue Fußboden nahezu komplett fertig. Die Trockenbauarbeiten an den Wänden stünden kurz vor dem Abschluss, danach beginne die Montage der Decken. Alle Fenster seien ausgetauscht, zudem wurden neue Öffnungen geschaffen und mit den entsprechenden Fenstern versehen. Abgeschlossen wären zudem die Abdichtungsarbeiten an den Außenwänden.

Im Haus A wurde nach Krauls Angaben die Hälfte des Fußbodens im Kellergeschoss mit einer Dämmung versehen, auch der Estrich sei komplett eingebaut. Die Trockenbauräume für die Brandmeldeanlage seien hergerichtet, seit Ferienbeginn werde an der Montage und Umsetzung der elektrischen Anlagen in diese Räume gearbeitet.

Nicht zuletzt äußert sich Edgar Kraul auch zum Aufzug, der an der Vorderfront des Gymnasium-Hauptgebäudes entsteht. Der Fahrstuhlschacht sei straßenseitig verklinkert worden, zudem führten Handwerker die Stahlbauarbeiten zur Herstellung der Übergange zwischen dem Gebäude und dem Aufzugsschacht aus.

Aufzug fährt ab Ende des Jahres

Aktuell geht der Kreis davon aus, dass der Anbau (mit Mensa/Multifunktionsraum), WC-Anlagen und Unterrichtsräume im Haus B nach den Herbstferien zur Nutzung übergeben werden können. „Der Aufzug wird Ende des Jahres in Betrieb genommen. Und der letzte Bauabschnitt, die Sanierung von Unterrichtsräumen im Haus A, werden bis Mitte 2019 ausgeführt“, kündigt Kraul an, der bei der bisherigen und zum Teil auch während der Schulzeit erfolgten Abarbeitung des Maßnahmekatalogs keine Schwierigkeiten ausgemacht hat. „Die Bauabschnitte ließen sich relativ gut vom Schulbetrieb trennen, Schul- und Bauleitung stimmen sich wöchentlich ab.“