Umtriebsplantagen

Hohe Bäume gegen niedrige Zinsen

In Zeiten der Niedrigzinspolitik sehnen sich viele Anleger nach neuen Geldanlageformen.

Von Walter Schaffer 30.09.2016, 23:01

Losenrade l Der Markt der nachwachsenden Rohstoffe boomt und verspricht gute Renditen. In diese Nische gehören seit dem Frühjahr auch die beiden Kurzumtriebsplantagen (KUP) auf den Ackerflächen des Biobauernhofes Lutz Koch in Losenrade.

Anders als in den herkömmlichen KUP werden dort aber nicht Weiden oder Pappeln angebaut, die nach ein paar Jahren zu Holzhackschnitzeln geschreddert werden. Unter Mitwirkung des Seehäuser Beraters Manfred Hohmeyer wurden dort auf zwei Flächen von 7 und 15,5 Hektar schnellwachsende Edelhölzer in Plantagenform gepflanzt. Dabei handelt es sich um Bäume mit dem Namen Paulownia aus der Familie der Blauglockenbäume. Die Heimat dieser beim Pflanzen schon zwei bis vier Meter hohen nicht invasiven Gewächse liegt in China beziehungsweise in Japan. Das schnell und gerade wachsende Edelholz, welches bereits nach zehn bis zwölf Jahren mit einem Stammdurchmesser von 35 bis 45 Zentimetern in Manneshöhe geschlagen wird, hat einige hervorragende Eigenschaften. Es ist extrem leicht bei großer Härte. Der Flammpunkt liegt bei 420 Grad Celsius (Eichenholz 275 Grad). Es ist widersteht Stürmen und Frösten bis -24 Grad.

Paulownien können in sensiblen Bereichen mit hohen Brandschutzanforderungen eingesetzt werden. Musikinstrumente, Surfbretter oder hochwertige Möbel sind weitere Einsatzgebiete. Die beiden Plantagen, auf denen derzeit rund 13 000 dieser Edelholzbäume prächtig wachsen, sind von dem Schweizer Unternehmen green wood international von dem Biobauern und seiner Familie gepachtet worden. Die Plantagen wurden stabil eingezäunt und werden satellitengestützt überwacht.

Vor wenigen Tagen gab es ein großes Treffen mit Vertretern des Unternehmens und vielen Baumbesitzern. An den Kennzeichen der Autos war zu sehen, dass sie aus ganz Deutschland und den Niederlanden kamen. Der Präsidenten von „green wood international“, Wolfgang Göse, erläuterte bei einer der vielen Kremserfahrten durch die Plantagen, dass bereits alle Bäume einen neuen Besitzer haben, die mit einer hohe Rendite bei langfristiger Sicherheit rechnen können. Die Mindestabgabemenge lag bei einem Stückpreis von je 301 € bei 30 Stück.

Manfred Hohmeyer als Ansprechpartner vor Ort verwies bei einem der Rundgänge auch darauf, dass die Paulownia das am schnellsten wachsende Edelholz auf der Welt ist. Wegen ihrer großen Blätter, durch die überdurchschnittlich viel CO2 verarbeitet wird, trägt der Baum auch den Namen „Lunge der Erde“. Zwischen den Fachgesprächen und den Besichtigungen empfahl sich Familie Kochs als Gastgeber, die die über 200 Besucher mit Spezialitäten des Biohofes und allerlei Getränken verwöhnten.