Arneburg/Goldbeck l Im Gold­becker „Regenbogenland“ ist der großzügige Außen-Spielbereich bereits Corona-gerecht getrennt. Absperrbänder teilen die Fläche in drei Areale auf. So hat jede Kindergartengruppe ihren eigenen Bereich. Damit will das Kita-Team Kontakte der Gruppen untereinander vermeiden. Das vom Land erarbeitete Konzept sieht dies so vor. Gerade aus personeller Sicht könnte dieser Punkt jedoch problematisch werden.

Nicht nur Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau (parteilos) ist gespannt, wie viele Eltern ihren Nachwuchs am Dienstag, 2. Juni, nach den Pfingstfeiertagen in die Kindereinrichtungen bringen werden. Wenn alle Erziehungsberechtigten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, dann gebe es Schwierigkeiten für die Verbandsgemeinde als Trägerin der Kitas, fürchtet Schernikau. Denn tragendes Element des Konzeptes sind feste Gruppen mit festen Betreuern. Die Folge: Wenn morgens drei Kinder aus drei verschiedenen Gruppen in der Einrichtung sind, müssten dementsprechend auch drei Mitarbeiterinnen Dienst tun. Das wiederum führe zu einer erhöhten Stundenanzahl bei den Kita-Erzieherinnen, weil die Verbandsgemeinde mehr Mitarbeiterinnen zu einer bestimmten Zeit vorhalten müsse als vor der Corona-Zeit. „Wir stoßen an Grenzen“, betont der Verbandsgemeinde-Bürgermeister, der deshalb für einen uneingeschränkten Regelbetrieb ohne Vorschriften plädiert.

Dem sich abzeichnenden Personalproblem könne die Verbandsgemeinde nur mit sogenannten Sammelgruppen entgegen wirken. Dies würde ermöglichen, dass Kinder mehrerer Gruppen von einer Erzieherin für eine begrenzte Zeit gemeinsambetreut werden. Allerdings müsste der Landkreis eine solche Sammelgruppe genehmigen.

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Dennoch schaut der Verbandsgemeinde-Bürgermeister nicht pessimistisch auf die nun beginnende „Nach-Notbetreuungszeit“. Mitte März hatten die Kitas im Zuge der Corona-Beschränkungen auf Notbetreuung umgeschaltet. Für ein Großteil der Mädchen und Jungen war ihre Tagesstätte geschlossen. Schernikau „schickt“ ein großes Lob an die Eltern, die in dieser Zeit „sehr verantwortungsbewusst“ gehandelt und sich bei Problemen stets an die Kita-Erzieherinnen und an die Verbandsgemeinde gewendet hätten. Auch auf das Personal in den Tagesstätten sei jederzeit Verlass gewesen.

In den vergangenen Tagen waren die neun auf dem Territorium der Verbandsgemeinde liegenden Einrichtungen durch Lockerungen der Verordnung bereits zu jeweils rund 30 Prozent ausgelastet. Jede Gruppe darf aus maximal zwölf Kindern bestehen. Ab kommenden Dienstag sieht dies anders aus. Die Erzieherinnen aus dem Goldbecker „Regenbogenland“ rechnen mit einer vollen „Hütte“. Nach Gesprächen mit den Eltern wissen sie, dass diese froh über die bevorstehende Entlastung sind. Und der Nachwuchs freue sich auf das Wiedersehen mit den Spielkameraden.

„Klar, die Kinder vermissen ihre Freunde“, bestätigt die stellvertretende Leiterin Berit Uhrmeister. An den vergangenen Tagen waren jeweils rund 30 Mädchen und Jungen im „Regenbogenland“. Ab Dienstag könnten es doppelt so viele sein: Insgesamt betreut die Goldbecker Einrichtung 68 Kinder. „Die Absprache ist das A und O“, unterstreicht Berit Uhrmeister. Schließlich stelle der Betrieb unter Corona-Bedingungen die Erzieherinnen vor eine Herausforderung. Die Mitglieder der einzelnen Gruppen sollen sich nicht begegnen, weder auf der Toilette noch auf den Fluren.

Aufgrund des Problems mit den festen Gruppen und den festen Erzieherinnen hofft die Arneburg-Goldbecker Verwaltung auf die Unterstützung der Eltern. „Wir werden sie bitten, die Kinder nicht vor 6.30 Uhr zu bringen und nicht später als 16 Uhr abzuholen“, so Schernikau.

Rund 330 Kinder vom Krippen- bis zum Kita-Alter werden in den Tagesstätten in Arneburg, Eichstedt, Goldbeck, Hassel, Hohenberg-Krusemark, Iden, Klein Schwechten, Rochau und Werben betreut.