Hassel l Wohnortwechsel, neuer Arbeitsplatz und neue Aufgaben in der Stendaler Mennoniten-Gemeinde: Für die 23-jährige Petra Penner begann vor wenigen Tagen ein neuer Lebensabschnitt, rund 300 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Die junge Frau tauscht das Weserbergland mit der Altmark ein und hofft, sich schnell einzugewöhnen.

Der Start verlief schon einmal nach den Wünschen der Nordrhein-Westfalin: Denn bei den „Feldmäusen“ fühlt sie sich schon nach wenigen Tagen angekommen. Die Kindertagesstätte in Hassel ist ihr neuer Arbeitsort, der in etwa vergleichbar mit der Kita in Brakel ist, in der die 23-Jährige ihre Ausbildungszeit verbrachte. Bei den „Feldmäusen“ sind es 40 Mädchen und Jungen, die betreut werden. In Brakel waren es zehn mehr – in einer größeren Einrichtung würde sie sich nicht so wohl fühlen.

Kinderstunden und Gottesdienste

Allerdings war es in erster Linie nicht der Job, der sie vom Landkreis Höxter ostwärts in den Stendaler Kreis führte. Schon seit einigen Jahren engagiert sich Petra Penner in der Mennoniten-Brüdergemeinde in Brakel, einer Religionsgemeinschaft, der dort rund 600 Mitglieder angehören und die auch andere Gemeinden unterstützt. Dazu zählt die Stendaler Mennoniten-Brüdergemeinde. „Mit einigen Mitgliedern hatte ich bereits während meiner Zeit in Brakel Kontakt“, sagt sie. Und da die Stendaler als kleinere Gemeinde mit 26 Mitgliedern Unterstützung bräuchten, entschied sich die junge Frau für einen Wohnortwechsel.

Nach der Ausbildung als Kindererzieherin verließ sie ihre Heimat. Aufgrund mehrerer leerstehender Wohnungen hatte es in der Rolandstadt keine Probleme bei der Suche nach den eigenen vier Wänden gegeben. „Zwei Wohnungen hab’ ich mir angeschaut“, blickt sie zurück. Eine sagte ihr zu. An Stendal müsse sie sich erst noch gewöhnen, „da die Stadt größer als Brakel ist“. Sie blickt den Aufgaben in der Stendaler Mennoniten-Brüdergemeinde freudig entgegen. „Wir sind wie eine Familie.“ Jeden Dienstag ist ab 18.30 Uhr Kinderstunde. „Dort werden unter anderem biblische Geschichten erzählt“, sagt sie. Auch an den Mittwochen und den Sonntagen trifft sich die Gemeinde, die der evangelischen Freikirche angehört, im Bethaus an der Albert-Einstein-Straße. Zu Bibelgebetsstunden und Gottesdiensten, die sie auch mit bereichern möchte, beispielsweise mit dem Klavierspiel. Dass es mit einem Arbeitsplatz geklappt hat, macht den Start in der Altmark für Petra Penner perfekt. Bei der Initiativ-Bewerbung bei der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck hatte sie Glück. Und so sangen die Mädchen und Jungen aus Hassel für sie: „Schön, dass du da bist.“ Kita-Leiterin Kerstin Obitz freut sich über den Zuwachs und stellte jetzt schon schmunzelnd fest: „Wir geben sie nicht mehr her.“

Sie übernimmt die Kleinsten

Die neue Erzieherin in Reihen der „Feldmäuse“ übernimmt die ganz Kleinen, die Krippenkinder. „Das ist neu für mich“, sagt sie. Gibt es zwischen den Tagesstätten in Brakel und Hassel Parallelen, was die Größe betrifft, so gibt es Unterschiede bei der Gruppenstruktur. In Hassel sind die Gruppen altersmäßig getrennt. Während ihrer Azubi-Jahre betreute Petra Penner dagegen eine recht gemischte Kita-Gruppe mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. „Sie brauchen mehr Zuneigung und Aufmerksamkeit“, weiß sie über die jüngsten „Feldmäuse“.

Ihre Leidenschaft für das Basteln und Gestalten soll natürlich auch den Kita-Kindern zugutekommen. Und wenn die 23-Jährige mal etwas abschalten will, radelt sie einige Kilometer. Und das scheint in hiesiger Region wegen fehlender Anstiege nicht so anstrengend zu sein wie im Weserbergland.