Salzwedel l Günter Brennensuhl von der Bürgerinitiative „Pro Baum“ (BI Pro Baum) ist zufrieden. Der wilde Garten, den die Initiative vor knapp zehn Jahren hinter der „Alten Münze“– einem Haus in der Altperverstraße – angelegt hat, blüht in voller Pracht. „Fantastisch sieht es hier aus. Richtig bunt und blumig. Das echte Labkraut breitet sich aus. Die Flockenblume fängt auch bald an zu blühen“, schwärmt der Botaniker, als sein Blick das etwa 2500 Quadratmeter große Gelände schweift.

Vor knapp zehn Jahren war das noch eine kühne Zukunftsvision. Trist lag die Abrissfläche damals da, von blühenden Pflanzen lag nicht mal eine Ahnung in der Luft. Bis sich die BI Pro Baum daran machte, den Charakter des Ortes von Grund auf zu ändern.

Lebensraum für Insekten

Für den Laien mag sich die Bedeutung des Gartens auf den ersten Blick nicht erschließen. Dafür erscheint er zu wild gewachsen. Doch ist es gerade das Ziel der Bürgerinitiative, möglichst wenig Einfluss auf den Wuchs der Pflanzen zu nehmen. „Schnittarbeiten werden nur einmal im Jahr vom städtischen Bauhhof vorgenommen“, sagt Martin Schulz, ebenfalls Mitglied der BI Pro Baum. Damit möchte die Bürgerinitiiative mitten in der Stadt einen Lebensraum für Pflanzen und Insekten schaffen. „Vor allem Insekten finden in einem Garten, der aussieht wie ein Golfplatz, keine Nahrung“, erklärt Günter Brennenstuhl, der hofft, dass das Projekt hinter der Alten Münze auch bei den Salzwedelern auf Verständnis stößt. Als kleine Oase für Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Co.

Zumindest überregional hat der wilde Garten schon Anerkennung erfahren. Im Juni belegte die BI damit beim Umweltpreis 2017 der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) den dritten Platz. In der Begründung für den Preis hieß es: „Das Areal der ,Alten Münze‘ ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie durch die gemeinsame Zusammenarbeit von Stadt und engagierten Bürgern aus einer öden Abrissfläche eine ökologische Nische mitten in der Stadt entstehen kann.“

Belohnung für dritten Platz

Sozusagen als Belohnung gab es 1500 Euro oben drauf. Geld, das die Umwelt-Enthusiasten gut gebrauchen können. Denn mit ihrer Arbeit sind sie noch lange nicht am Ende angelangt.