Stahlbau Calbe

Etwa 40 Mitarbeiter müssen gehen

Die Firma Stahlbau Calbe ist insolvent. Jetztdie Hiobsbotschaft: 40 Mitarbeiter müssen gehen.

Von Andreas Pinkert

Calbe l Die Belegschaft der insolventen Stahlbau Calbe GmbH (Preiss-Daimler-Gruppe) soll erheblich schrumpfen. Das kündigte der vor genau einer Woche als Insolvenzverwalter eingesetzte Betriebswirt Heiko Rautmann gegenüber der Volksstimme an.

Vorausgegangen war ein Eigenantrag der Gesellschaft auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Bereits seit Ende des Monats Mai 2015 strebt Rautmann als vorläufiger Insolvenzverwalter die Sanierung eines der größten Stahlbauunternehmen Sachsen-Anhalts an (Volksstimme berichtete).

Dazu wurde nun zunächst der Geschäftsbetrieb stabilisiert. „Auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens soll der Geschäftsbetrieb weiter aufrechterhalten bleiben, auch wenn nicht mehr für alle ehemals über 80 Mitarbeiter Beschäftigungs- möglichkeiten bestehen“, erklärt Rautmann.

Ziel sei es nun, bis Ende September eine Sanierungslösung umzusetzen und das Unternehmen auf einen Investor zu übertragen. Hierzu steht Rautmann in Verhandlungen mit potenziellen Interessenten und klärt parallel dazu die Rahmenbedingungen zur Anpassung der Beschäftigtenzahl auf die betrieblichen Notwendigkeiten.

Heißt konkret: Eine Reduzierung des Personalstammes um voraussichtlich die Hälfte der Mitarbeiter wird nach Angaben Rautmanns unumgänglich sein, um den Standort erhalten und auf einen Investor übertragen zu können. Daher müssen sukzessive rund 40 Stahlbauer ihren Hut nehmen.

Dies sei zwar ein bedauerlicher Schritt, jedoch unumgängliche Konsequenz der aktuellen und für die kommenden sechs bis zwölf Monate prognostizierten Unternehmenssituation und Marktlage. „Auch wenn es mein Bestreben ist, sämtliche Arbeitsplätze eines jeden insolventen Unternehmens zu erhalten, ist es im vorliegenden Fall leider unumgänglich, Personalanpassungen vornehmen zu müssen“, erklärt Rautmann weiter. Das Unternehmen befinde sich in einem „äußerst schwierigen Marktumfeld“. Eine zu geringe Nachfrage und ein immenser Preisdruck erschwerten derzeit die Akquise von neuen und für das Unternehmen überlebenswichtigen Aufträgen.

Um die anstehenden Personalanpassungen „möglichst sozialverträglich“ zu gestalten, erfolgt laut Rautmann eine enge Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit, der Industriegewerkschaft Metall und dem Betriebsrat.

Trotz des Umstandes, dass zum Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung der Geschäftsbetrieb der Gesellschaft bereits de facto eingestellt war, sei es dem Insolvenzverwalter gelungen, den Betrieb zu stabilisieren und nunmehr auch geordnet fortzuführen. Inzwischen habe auch wieder die aktive Auftragsakquise begonnen. „Der Auftragsbestand lastet allerdings die Kapazitäten des Unternehmens noch nicht annähernd aus“, skizziert Rautmann die Unternehmenslage. Die Stahlbau Calbe GmbH sei weiterhin am Markt präsent und die bisherige Auftragsvergabe zeige, dass die Leistungen des Unternehmens und das Wissen der Mitarbeiter vom Markt geschätzt werden.