Salzwedel l Breite Flure, breite Treppen, ein Aufzug und klare Wege mit wenigen Winkeln - wer echte Barrierefreiheit schaffen will, benötigt vor allem eines: viel Platz. Das wird beim Besuch eines seniorengerechten Neubaus der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Salzwedel an der Großen Pagenbergstraße mehr als deutlich. Dass dieser benötigte Platz die kommunalen Vermieter vor große Herausforderungen stellt, ist damit auch klar. „Bei allem, was du machst, musst du es im Hinterkopf haben“, betont Christian Märtens, neuer Geschäftsführer der Gesellschaft, im Gespräch mit Noch-Geschäftsführerin Gudrun Bubke und der Volksstimme. Dass dies fast alle größeren Vermieter in Salzwedel betrifft, ist an den großen Wohnblöcken im Stadtgebiet sichtbar. Immer mehr Aufzüge werden angebaut.

Ein Blick auf die aktuelle Alterspyramide für die Hansestadt Salzwedel macht deutlich, dass barrierefreies Wohnen in der Stadt einen immer größeren Raum einnehmen wird. Die geburtenstarken Jahrgänge, von Mitte der 1950er Jahre bis Ende der 1960er, gehen auf das Rentenalter zu. Vielfach haben die Kinder dieser Generation die Altmark nach der Wende verlassen. Somit verfestigt sich der Wunsch, im Alter innenstadtnah und sicher zu wohnen.

80 Anfragen für 16 Wohnungen

Und Christian Märtens kann dies an einem Beispiel deutlich machen. Die Wobau stellt bis März kommenden Jahres einen Neubau an der Neutorstraße fertig. „Für die 16 seniorengerechten Wohnungen hatten wir 80 Anfragen“, erklärt Märtens. Und das vor dem Hintergrund, dass die Mietwohnungen in dem Neubau deutlich teurer sind als in anderen Gebäuden der Wobau.

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Gudrun Bubke macht im Gespräch aber auch deutlich, dass die Wobau nicht die Möglichkeit hat, überall Barrierefreiheit zu schaffen. „Wir versuchen, in kleinen Schritten einige Erleichterungen zu schaffen“, betont sie und nennt den Anbau von Aufzügen, aber auch die Schwellenfreiheit in Wohnungen oder höher montierte Toiletten. Dabei konzentriere sich der Großvermieter darauf, dass Sanierungen gefördert werden, um auch die Umlage, mit der der Mieter die Modernisierungen mitfinanzieren muss, geringer zu halten. Des Weiteren gibt es bei kleineren Maßnahmen auch Unterstützung durch die Krankenkassen. „Aber dann muss bereits ein Pflegegrad vorliegen“, schränkt Bubke ein.

Nicht nur für Senioren

Die beiden Geschäftsführer wissen aber auch, das Investitionen in diesem Bereich am Ende nicht nur Senioren zu Gute kommen. „Auch Familien wissen diese Wohnungen zu schätzen“, sagt Christian Märtens. Insgesamt 185 seniorengerechte Wohnungen sind im Bestand der Wobau. Dazu gehören einige modernisierte Erdgeschosswohnungen. „Die Nachfrage ist ungebrochen groß“, betont Märtens.