Salzwedel l Premiere im Seniorenzentrum Vita an der Schillerstraße in Salzwedel: erstmals fährt das Impfmobil des Altmarkkreises vor. Helke Weber und Simone Meier von der Kreisverwaltung bringen den Impfstoff, der gekühlt gelagert werden muss. Zudem packen sie mehrere Kisten mit Info-Material und Listen aus. Die beiden Kreismitarbeiterinnen werden die Dokumentation übernehmen. Die Daten werden für das zentrale Impfzentrum des Altmarkkreises in Gardelegen erfasst.

Kein Zutritt für Unbeteiligte

Inzwischen ist auch der Mediziner eingetroffen, der das Impfen übernehmen wird. Es handelt sich um einen Hausarzt aus Salzwedel und seine Mitarbeiterin. Dann verschwinden sie im Pflegeheim. Für alle anderen heißt es: „Zutritt verboten“.

„Die Bereitschaft unter den Bewohnern sich impfen zu lassen, ist groß“, sagt Marion Vongehr-Bülow, Geschäftsführerin der Vita gGmbH auf Anfrage der Volksstimme. Zwei Drittel hätten eine Erklärung unterschrieben, die erforderlich ist, um den Impfstoff verabreicht zu bekommen, erklärt sie.

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Wenn jemand dazu aus gesundheitlichen Gründen – beispielsweise bei fortgeschrittener Demenz – nicht in der Lage ist, übernimmt das der jeweilige Betreuer. Dies könne eine juristisch bestellte Person sein oder ein Familienmitglied. Es handele sich um ein standardisiertes Verfahren mit Aufklärung, Anamnese und der Feststellung der Entscheidungsfähigkeit des zu Impfenden.

Unter den Mitarbeitern im Pflegeheim ist die Skepsis gegenüber der Impfung augenscheinlich größer. Nur ein Drittel wolle sich impfen lassen, erklärt Vongehr-Bülow. Auf die Arbeitsabläufe im Pflegeheim habe das aber keine Auswirkungen. Wie bisher auch, sei jeder dazu angehalten, mit seiner persönlichen Schutzausrüstung die geltenden strengen Hygieneregeln umzusetzen.

Ein zweites Team steuert das Heim in Mieste an und auch in Klötze wird geimpft. Dr. Raik Mühe aus Gardelegen sowie Mitarbeiter des Krankenhauses übernehmen diese Aufgabe.

Dem Altmarkkreis stehen zunächst 370 Impfdosen zur Verfügung, etwa 170 davon sind bereits am 28. Dezember verimpft worden, informiert das Presseteam des Altmarkkreises. Nach festgelegtem Plan geht es den nächsten beiden Tagen weiter. Die mobilen Teams sind dann in weiteren Einrichtungen in Salzwedel, Gardelegen und Arendsee. Voraussichtlich brauchen sie zum Verimpfen der vorhandenen Impfdosen etwa drei bis vier Tage.

Ziche bittet um Bereitschaft

Das Land habe die Lieferung der notwendigen Vakzine (Impfstoffe) für den zweiten Impfgang bereits angekündigt. Ab 30. Dezember werde Sachsen-Anhalt regelmäßig Impfstoff erhalten und an Landkreise weitergeben. Sobald er in ausreichender Menge zur Verfügung stehe, werde mit der Arbeit im stationären Impfzentrum in Gardelegen begonnen.

Voraussichtlich könnten ab Mitte Januar Termine telefonisch und über eine Internetplattform gebucht werden. „Impfungen werden ausschließlich nach Terminvergabe möglich sein“, teilt das Presseteam mit.

In diesem Zusammenhang bittet Landrat Michael Ziche in einer Mitteilung um Beteiligung: „Mein Appell geht an alle Bewohnerinnen und Bewohner und auch an das gesamte Pflegepersonal aller Pflegeeinrichtungen im Landkreis: Bitte helfen Sie mit, der Pandemie entgegenzuwirken und geben Sie Ihre Zustimmung zum Impfen.“ Ziche weiter: „Wir alle wünschen uns ein Stück Normalität für unseren Alltag zurück – daher bitte ich um Akzeptanz und Mitwirkung“.