Diesdorf l „Das ist meine letzte Kräuterrolle. Dann ist alles alle“, merkt Sabrina Preußler aus dem Flair Altmarkhotel Deutsches Haus Arendsee an. Und das bereits nach gut 60 Minuten. Eigentlich sollten die Köstlichkeiten zwei Stunden reichen. Aber der Besucheransturm macht diesen Wunsch zunichte. Vor einer Woche, erinnert sie sich, habe sie aus dem Kloster Jerichow, der ersten von zwei „Altmark kocht“-Stationen in diesem Jahr, einiges wieder mit nach Hause nehmen müssen.

Die junge Frau war bei neun von zehn Auflagen dabei. Jedes Jahr werde ein Thema vorgegeben, erzählt Sabrina Preußler. Doch in diesem Jahr sei es schwierig gewesen, Kräuter zu finden. Da sei es einfach noch zu kalt. Mit diesem Problem hatte auch Kevin Mewes vom Hotel & Restaurant Zur Post Salzwedel zu kämpfen. „Deshalb habe ich mich für eine Bärlauchcremesuppe entschieden“, sagt er. Die Teilnahme an der Veranstaltung sei für ihn ein bisschen Abwechslung und der Spaß daran, mit Kollegen Werbung für seinen Berufsstand zu machen.

Riesiger Andrang

„Ich finde es richtig prima, dass der Andrang so groß ist“, schildert Kai Gose aus dem Altmarkhotel Gasthof Gose Ziegenhagen. Seit zehn Jahren ist er mit auf Tour. Interessierten sich anfangs nur 20 oder 30 Besucher für das Angebot, so sind es Hunderte in Diesdorf. Teilweise ist kein Durchkommen durch das Museumscafé.

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Und die dürfen bei Dirk Dobberitz aus dem Wirtshaus Klostermahl Jerichow Zander mit schwarzen Linsen probieren. „Früher gab es kein Fleisch und keine Kartoffeln, dafür Hülsenfrüchte und Möhren. Da wir die Elbe in der Nähe haben, war auch Fisch vorhanden. So sind wir auf unsere Kreation gekommen“, sagt er.

Landrat schnippelt mit

Die Industrie- und Handelskammer Magdeburg unterstützt die Aktion der DEHOGA-Betriebe. Sebastian Weyl, kommissarischer Geschäftsführer in Salzwedel, wirbt für seine Grünkernbratlinge mit Dostsoße. „Ich koche sonst auch gern, vorrangig Nudelgerichte, aber auch Kartoffeln mit Fleisch“, erzählt er. Michael Ziche, Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, ist ebenfalls in seinem Element: Er habe am Sonntag für seine Familie Schweinebraten mit Brokkoli auf den Tisch gebracht. Und die Eierkuchen für die Enkel mache er auch. „Wenn es kompliziert wird, dann darf meine Frau an“, berichtet er schmunzelnd, während er Gemüse schnippelt.

„Hut ab vor dem Können der Köche“, meint Besucherin Elvira Witte. Es habe alles lecker geschmeckt. Sie sei auch beeindruckt, wie sich die Fachleute austauschen, an ihrem Job Spaß haben. „Das Zwischenmenschliche stimmt, das spürt man“, lobt sie. Da kommt es nicht von ungefähr, wenn Christian Döpelheuer vom Wellness- und Sporthotel Haus am See Arendsee verrät, warum er gern mitmacht: „Weil wir nach dem Event noch zusammen sitzen. Das ist für mich das Wichtigste.“