Bauwerk im See gesperrt

Seetribüne am Arendsee ist nicht mehr zu retten

Die Seetribüne im Arendseer Strandbad hat ausgedient. Das Holz der Konstruktion von 2008 ist vermodert. Der Grund: Beim Bau wurde aus Kostengründen statt Eiche Lärche verwendet. Das rächt sich jetzt. Ein Wahrzeichen im Altmarkkreis wird verschwinden.

Von Helga Räßler
Beim Tribünenbau 2008 wurde statt Eiche  Lärche für die Oberkonstruktion verwendet, um Geld zu sparen. Jetzt ist das Holz vermodert, hat in Wassernähe Moos und Algen angesetzt und kann so nicht stehen bleiben.
Beim Tribünenbau 2008 wurde statt Eiche Lärche für die Oberkonstruktion verwendet, um Geld zu sparen. Jetzt ist das Holz vermodert, hat in Wassernähe Moos und Algen angesetzt und kann so nicht stehen bleiben. Foto: Helga Räßler

Arendsee - Als die Arendseer Seetribüne im Strandbad im Sommer 2008 nach gut einjähriger Bauzeit mit viel Pomp eingeweiht wurde, herrschte Hochstimmung. Für 650.000 Euro war ein Wahrzeichen der Seestadt wiedergeboren. Denn das 1950 errichtete Original war im extremen Winter 1982/83 dem schweren Eisgang zum Opfer gefallen und eingestürzt.

Lärche statt Eiche, weil das nicht so teuer war

So ein Szenario ist nicht nötig, um der Nachfolgerin den Garaus zu machen. Seit Sommer 2020 ist das Bauwerk gesperrt. Der Grund: Das Holz der Konstruktion hat Schwamm, Moos und Algen angesetzt, ist vermodert. Darüber informierten am Dienstagabend Planer Guido Cierpinski und Zimmerer Nils Gnoth. „Statt Eiche wurde Lärche verwendet, weil das nicht so teuer war“, sagte Cierpinski.

Der Unterbau bestehe aus einer Stahlkonstruktion, die im besten Zustand sei, betonte er. Auch die Sitz- und Laufflächen aus Douglasie seien nicht das Problem. Sie müssten nicht abgerissen werden. „Aber die Konstruktion dazwischen, die den Aufbau trägt, ist hinüber.“ Denn das eigentlich witterungsbeständige Lärchenmaterial habe den ständigen Einflüssen und dem Kontakt mit Wasser von unten nicht mehr standhalten können. Es gebe Schäden an den neuralgischen Punkten, den Verbindungselementen. Nagelplatten haben sich teilweise voneinander gelöst. „Die können aber nicht einfach ausgewechselt und saniert werden, weil alles ähnlich wie bei einem Dachstuhl miteinander in Verbindung steht“, erklärte Nils Gnoth das Dilemma. „Die Seetribüne ist nicht mehr zu retten“, machte er deutlich.

Kein Abriss vor 2023

Ein Abriss kommt wegen der Fördermittelbindung bis 2023 nicht in Frage. Doch der jetzige Zustand sei nicht hinnehmbar, machte Ausschussmitglied Jens Reichardt (Arendsee-Land/Freie Liste) deutlich.

Dazu erwarte er noch eine Mitteilung vom Fördermittelgeber, merkte Bürgermeister Norman Klebe an. Doch weder Cierpinski noch Gnoth konnten Auskünfte darüber geben, in welchem finanziellen Rahmen sich eine Teilsanierung bewegen würde. Das soll nun nachgeholt werden.

Zimmerer Nils Gnoth (von rechts) und Planer Guido Cierpinski informierten detailliert über den Zustand der Seetribüne im Arendseer Strandbad.
Zimmerer Nils Gnoth (von rechts) und Planer Guido Cierpinski informierten detailliert über den Zustand der Seetribüne im Arendseer Strandbad.
Foto: Helga Räßler

Ausschussmitglied Uwe Walter (SPD-CDU) gab beim Nachdenken über Zukunftsplanungen zu bedenken, dass die Tribünennutzung wie vor 2008 geplant nicht eingetreten sei. Bootskorso und Filmvorführungen oder andere Massenevents habe es lediglich ganz am Anfang gegeben. Und auch der niedrige Wasserstand, der seiner Meinung nach nie wieder aufgeholt werden könne, setze beispielsweise Schwimmwettkämpfen strikte Grenzen.