Straßenbau

Biere bekommt einen Kreisverkehr

Die Ortsdurchfahrt L69 wird komplett saniert. Ein Kreisverkehr soll den Ort sicherer machen. Radfahrer bekommen einen "Schutzstreifen".

Von Tom Szyja

Biere l Wer in den letzten Jahren auf der Ernst-Thälmann-Straße (L69) durch Biere gefahren ist, dem werden einige Unzulänglichkeiten aufgefallen sein. Nicht nur, dass die Fahrbahndecke an einigen Stellen porös ist, es fehlt auch in weiten Teilen ein Gehweg.

Ortsbürgermeister Peter Buchwald (CDU) ist das schon lange ein Dorn im Auge. „Zum Glück ist bislang kein schwerwiegender Unfall passiert, aber vor allem für Menschen die auf einen Rollator angewiesen sind, ist die jetzige Situation unzumutbar“, merkte Buchwald bei der vergangenen Gemeinderatssitzung an.

Das soll sich in Zukunft ändern. Neben einem durchgehenden Fußweg steht auch die Umgestaltung an der Kreuzung Magdeburger Straße ganz oben auf der Agenda der Planer. Dort soll künftig ein Kreisverkehr für bessere Übersichtlichkeit und mehr Sicherheit sorgen. Baubeginn soll nach derzeitigen Planungen frühestens 2022 sein. Gebaut werden soll mindestens ein Jahr.

Für Ortsunkundige ist die bisherige Verkehrsführung an der Stelle etwas undurchsichtig. Bei der Maßnahme soll das bestehende Denkmal an einen neuen Platz kommen. Da durch die Arbeiten auch Baumfällungen notwendig sind, soll es Ersatzpflanzungen geben.

Ein weiteres großes Thema bei den Planungen war und ist die Verbesserung für den Radverkehr. Wenn Radler aktuell aus Richtung Schönebeck nach Biere fahren, endet vor dem Ortseingang der Radweg. Ein Wechsel auf die Autofahrbahn ist vor allem deshalb nicht ungefährlich, da die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für Autos dort 100 km/h beträgt. In Zukunft sollen Fahrradfahrer und motorisierte Fahrzeuge gemeinsam die Fahrbahn nutzen können.

Möglich wird das durch sogenannte „Schutzstreifen“. Damit sind 1,50 Meter breite Streifen an jeder Seite gemeint, die für den Radverkehr vorgesehen sind. Einer der Verantwortlichen für die Umsetzung des Konzepts ist Sven Kersten, vom Planungsbüro wstc in Magdeburg. Da es sich um eine Landesstraße handelt, sitzt beim Projekt auch die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) mit im Boot.

In den letzten Monaten fanden die Voruntersuchungen zur Straßensanierung statt. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Öffentlichkeit ein erster Entwurf präsentiert. „In den nächsten Schritten werden wir besprechen, welche Maßnahmen konkret umgesetzt werden. Dazu zählt zum Beispiel an welcher Stelle es künftig Parkplätze geben wird“, so Kersten.

Der Projektleiter betonte, dass in den nächsten Planungsphasen auch Bürgerwünsche berücksichtigt werden sollen. Ein Hinweis eines Gemeinderatsmitglied war, dass bei der bisherigen Planung zu wenig Parkflächen vorgesehen seien. Vor allem ambulante Pflegedienste bräuchten ausreichend Parkplätze, hieß es.

Zukünftige Parktaschen an der Fahrbahnseite könnten mit dem Radverkehr kollidieren. Gemeindevertreter erklärten, dass Mitarbeiter des Ordnungsamts die angewiesenen Parkflächen stärker kontrollieren müssten. „Auf den Schutzstreifen haben die Radfahrer auch Vorrecht gegenüber motorisierten Fahrzeugen. Wenn diese die Radfahrer überholen wollen, müssen sie den gesetzlichen Mindestabstand einhalten“, erklärt Kersten.

Der Projektleiter führt weiter aus, dass auch andere Konzepte wie ein gemeinsamer Fuß- und Radweg in Erwägung gezogen worden sind. Nach den Voruntersuchungen inklusive Verkehrszählung hätten sich die „Schutzstreifen“ aber als praktikabelste Lösung durchgesetzt. Eine Alternative, ein eigenständiger Radweg, sei aus Platzgründen verworfen worden. „Mit der neuen Variante können Radfahrer künftig aus Schönebeck kommend bis Borne durchgängig auf einer Straßenseite fahren und müssen nicht mehr die Fahrbahn wechseln“, so Kersten.