Eickendorf l Die Vorweihnachtszeit war in den letzten Jahren immer eine der lebhaftesten in Eickendorf. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Weder das beliebte Weihnachtsmärchen, bei dem auch Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich (SPD) seinen Auftritt hat, noch die Weihnachtsfeier der Vereine können stattfinden. Damit es wenigstens etwas besinnlich zugeht im Ort, hat der Heimatverein dafür gesorgt, dass am Schmiedeplatz eine Weihnachtskrippe aufgestellt wurde.

Eickendorfs Ortsbürgermeister Marco Schmoldt (SPD) sieht vor allem die Vereine im Dorf als Leidtragende in der aktuellen Zeit. „In diesem Jahr wurden die Vereine durch Corona leider ziemlich ausgebremst. In den letzten Jahren haben sie tolle Veranstaltungen auf die Beine gestellt, bei denen der ganze Ort zusammenkam“. Dazu zähle zum Beispiel die Weihnachtsfeier der Vereine. Lange habe man überlegt, ob sie irgendwie durchführbar sei, aber letztlich sei allen Beteiligten klar gewesen, dass dies nicht machbar ist.

Baulücken schließen

Neben der für alle komplizierten Corona-Situation, sei das Thema Bauen zurzeit das meist diskutierteste Thema im Ort. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren alle Baulücken in unserem Dorf schließen können. Dann wäre es schön, wenn wir wieder eine vierstellige Einwohnerzahl hätten.“ Aktuell rangiere Eickendorf knapp unter der Marke von 1000 Bewohnern. Schmoldt geht davon aus, dass in fünf bis sechs Jahren die unbebauten Flächen zwischen bereits bestehenden Häusern bebaut seien.

Beim Thema Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur ist Schmoldt etwas weniger optimistisch, als sein Amtskollege aus Biere. „Ich hätte sicherlich auch Straßen in Eickendorf, die sanierungsbedürftig sind. Aber aufgrund unserer momentanen finanziellen Situation sehe ich in der nahen Zukunft keine realistische Chance, dass wir solche Projekte umsetzen können.“ Zu der Problematik der Straßenausbaubeiträgen meint Schmoldt, dass die Kommune so oder so einen Eigenanteil beisteuern müsste.

Wie in ganz Deutschland sei auch in Eickendorf der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung proportional gestiegen. Dies sei für ihn überhaupt nichts negatives, betont Schmoldt. „Es ist doch schön, wenn die Menschen heute 70, 80, 90 oder noch älter werden und es ihnen dann immer noch gut geht.“ Dennoch hätten sie im Ort auch genügend junge Leute. Das zeige sich allein daran, dass die Einrichtungen wie die Kindertagesstätte Kunterbunt oder die Grundschule, die vorübergehend in Eickendorf untergebracht ist, voll ausgelastet seien.

Jugenklub musste schließen

Die Angebote für Jung und Alt seien leider nicht mehr so ausgeprägt, wie noch in vergangenen Zeiten. „Vor vier oder fünf Jahren mussten wir leider unseren Jugendklub schließen. Zum einen weil die Betreuungssituation sich verschlechtert hatte und zum anderen, weil auch das Interesse der Jugendlichen nicht mehr so da war.“ Dennoch hätten die Jugendlichen nach wie vor viele Möglichkeiten sich in Vereinen im Ort zu engagieren.

An Flächen für einen Gemeinschaftsraum würde es nicht mangeln. Wenn im nächsten Jahr die Schule „Juri Gargarin“ wieder planmäßig nach Welsleben zieht, könne das Gebäude in der Karl-Marx-Straße neu verwendet werden. Wie genau, das stehe jetzt noch nicht fest. Ebenfalls denkbar sei, dass die Räume im Traditionshof mehr genutzt werden. Der Sitzungssaal, in dem auch der Ortschaftsrat tagt, könnte zum Beispiel zu einem Dorfgemeinschaftsraum werden.

Traurig ist der Ortsbürgermeister darüber, dass vor einigen Jahren die letzte Gaststätte in Eickendorf schließen musste. „Aktuell hat man bei uns leider nicht die Möglichkeit, sich abends in der Kneipe auf ein Bier zu treffen.“