Plötzky l Wer das Wort Campen hört, verbindet damit wohl das Übernachten in Zelten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, das Duschen und Benutzen der Toiletten in Gemeinschaftssanitäranlagen, das Sitzen in großer Runde am Lagerfeuer. Wer das möchte, kann das auch heute noch so erleben. Muss aber nicht. Denn das sogenannte Glamping ist immer mehr im Kommen. Das glamouröse Camping will Komfort, Luxus und Naturverbundenheit vereinen.

So ein bisschen Glamping bietet Wolfgang Schulle in seinem Ferienpark Plötzky jetzt schon an. Zum Beispiel mit den Schlaffässern und Woodlodges (Holzhäuser). Doch es könnte und soll noch mehr werden. Denn er weiß aus Erfahrung, der Bedarf ist da. „Das Camping ist individueller geworden.“ Früher habe es einen großen Sanitärtrakt auf dem Zeltplatz gegeben, jetzt hätte gern jeder seine eigene Dusche und Toilette.

Wolfgang Schulle möchte, dass sein Ferienpark mit der Zeit geht. Deshalb beschäftigen sich derzeit städtische Ausschüsse mit Aufstellungsbeschlüssen zu Bebauungsplänen, die – wenn der Stadtrat am 13. Dezember sein Okay gibt – ihm den Weg ein Stück weit dafür ebnen. „Mit dem Schaffen von Baurecht für diese Art der Erholung möchte der Ferienpark seine Angebotspalette und seine Wettbewerbsfähigkeit weiter entwickeln“, schreibt Schulle in seinem Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens.

Grüner Waldsee

Glamping soll speziell am Grünen Waldsee möglich werden. „Seit 1992 ist der See in meinem Besitz und wird von vielen Gästen als Badesee genutzt“, erzählt Wolfgang Schulle. Als solcher ist er auch ausgewiesen. Nun soll sich, so sein Ansinnen, auf dem Areal einiges tun. Geplant sei eine zentrale Sanitäreinrichtung und ein Gebäude für Gastronomie im Sommer. Und eben glamping-typische Unterkünfte. Dabei möchte Wolfgang Schulle gern einen regionalen Bezug herstellen – zum Ringheiligtum Pömmelte. Zum Beispiel durch Domizile in Langhaus-Stil. Damit könne demonstriert werden, wie die Menschen vor 4.000 Jahren lebten. Er sieht die Nähe zur Kreisgrabenanlage als Bonus und wolle gern eine Brücke schlagen zwischen Plötzky und Pömmelte.

Zwar ist der Ferienpark schon jetzt gut besucht. Wolfgang Schulle spricht von mehr als 40.000 Übernachtungen plus Tagesbesucher im Jahr, an einem „tollen“ Sonntag seien es locker mal gut .2000 Gäste. Weiterentwicklungen seien aber nötig, um Stammgäste zu halten und neue Besucher zu gewinnen.

Barrierefrei

So wolle er in Zukunft auch verstärkt die Menschen erreichen, die schon etwas älter und in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Daher sollen im Dauercamper-Bereich größere Parzellen ausgewiesen werden. Die Anlage neuer Unterkünfte anstelle der Campingwagen soll barrierefrei erfolgen. Weiterhin sollen zusätzliche Stellplätze für die Ferienpark-Nutzer entstehen.

Läuft alles, wie geplant, geht Wolfgang Schulle von einem Baustart in zwei Jahren aus. Für beide Projekte – Grüner Waldsee sowie Camping- und Mobilheimpark – rechnet er mit Investitionen „nicht unter 500.000 Euro“. So seine mittelfristigen Planungen.

Aber auch 2019 steht auf dem Ferienpark-Areal einiges an: Im Herbst soll eine neue Rezeption gebaut werden. Das bisherige Gebäude ist in die Jahre gekommen. Zudem sollen fünf Mobilheime für Rollstuhlfahrer errichtet werden. „Wir haben festgestellt, der Bedarf ist da. Unsere Häuser sind zwar barrierefrei, aber wir wollen bei Bad und Küche speziell auf Rollstuhlfahrer eingehen“, erklärt Schulle. Die Entwicklung des Ferienparkes Plötzky ist in den Ausschüssen positiv aufgenommen worden. Stadtrat Gundhelm Franke (CDU), zugleich Ortsbürgermeister von Pretzien, hebt im jüngsten Bauausschuss hervor, dass der Ferienpark wichtig für den Tourismus sei – allgemein für die Stadt Schönebeck und speziell für Ostelbien. „Eine schöne Sache, was dort entsteht.“ Im Wirtschaftsausschuss sagt Stadtrat Wolfgang Schröder (CDU), dass sich die Stadt über das Engagement von Wolfgang Schulle und die Erweiterung seines Angebotes freuen könne.