Schönebeck l Viele freiwillige Feuerwehrleute haben einen ganz alltäglichen Beruf. Sie sind Techniker oder Handwerker und müssen bei ihrer Arbeit oder in der Freizeit alles stehen und liegen lassen und selbst in der Nacht noch in den Einsatz, wenn der Alarm geht. Doch es gibt ehrenamtliche Helfer, die auch hauptamtlich bei der Feuerwehr tätig sind. Besser gesagt: Es sind hauptberufliche Feuerwehrleute, die sogar ihre Freizeit der Feuerwehr widmen.

„Dafür muss man wirklich Feuer und Flamme für die Feuerwehr sein. Und ein bisschen verrückt“, sagt Schönebecks kommissarischer Stadtwehrleiter Daniel Schürmann und lacht. Er selbst gehört auch dazu. Der Felgelebener ist nicht nur der derzeit oberste Feuerwehrmann in Schönebeck. Er arbeitet auch als Disponent in der Leitstellt des Salzlandkreises in Staßfurt für die Feuerwehr. Von dort aus koordiniert der die Einsätze seiner Kameraden. Dabei kann Schürmann seine Arbeitsstelle im Gegensatz zu seinen Kameraden natürlich nicht verlassen, denn sie brauchen ihn an seinem Posten. Dafür kümmert er sich ehrenamtlich als kommissarischer Stadtwehrleiter um die Koordinierung der Schönebecker Wehren und ist auch in seiner Freizeit oft als Ansprechpartner bei den Einsätzen vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen.

Wege verlaufen nicht geradlinig

Die Wege von der freiwilligen zur Berufsfeuerwehr laufen dabei nicht immer geradlinig. So war Daniel Schürmann bereits seit seiner Jugend in der Freiwilligen Feuerwehr Felgeleben, begann seine berufliche Laufbahn allerdings als Dachdecker und wechselte dann über den Zivildienst zu den Rettungssanitätern. Da er sich bei einem Sportunfall jedoch seine Hand verletzte und nicht mehr als Sanitäter arbeiten konnte, bewarb er sich schließlich erfolgreich in der Leitstelle.

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Über Umwege kam auch der ehemalige Schönebecker Dirk Schulze zur Feuerwehr. Er arbeitet bei der Berufsfeuerwehr in Magdeburg, ist aber noch regelmäßig bei seiner alten freiwilligen Feuerwehr an der Tischlerstraße in Schönebeck und fährt auch Einsätze, wenn er in der Region ist. Dabei ist der 44-Jährige eher zufällig zur Feuerwehr gekommen. Mit seinen damals 19 Jahren wollte der gelernte Fliesenleger nicht zur Bundeswehr. Denn als junger Handwerker hat er einfach sehr viel mehr verdient als ein Wehrdienstleistender. „Ich habe mich daher für den Wehrersatzdienst bei der freiwilligen Feuerwehr entschieden, um weiter zu arbeiten“, erzählt Dirk Schulze. Dafür musste er sich für mehrere Jahre bei der freiwilligen Feuerwehr verpflichten.

Doch was als mehr oder weniger freiwilliger Pflichtdienst begann, machte ihm bald richtig Spaß. „Die Kameradschaft und der Einsatz für die Gemeinschaft bei der Feuerwehr sind eine tolle Sache“, findet Dirk Schulze. Und so bewarb er sich schließlich bei der Feuerwehr in Magdeburg, als dort eine Stelle ausgeschrieben wurde. Dort hat er sich inzwischen auf Höhenrettung am Seil spezialisiert und ist richtig zufrieden. „Feuerwehrmann ist einfach der geilste Job der Welt“, sagt Schulze, der mittlerweile in Magdeburg lebt.

24-Stunden Dienste

Und die für viele Leute abschreckenden 24-Stunden Dienste passen für ihn gut in seinen Lebensrhythmus. So arbeitet er an zwei Tagen in der Woche durch und hat ansonsten Zeit für seine Familie. „Eine Fünf-Tage-Woche könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen“, sagt er. Seinen alten Kameraden an der Tischlerstraße ist er natürlich treu geblieben. So fährt er jeden Dienstagabend mit dem Rennrad von Magdeburg zum Dienst in Schönebeck und wieder zurück.