Schönebeck l Es sind oft die ersten Momente, die darüber entscheiden, ob ein Konzert ein gutes oder doch ein weniger gelungeneres wird. Wenn jedoch 165 junge Menschen voller Inbrunst anfangen zu singen, kann das nur ein erfolgreicher Abend werden. Besonders, wenn dann noch Lehrer dahinterstecken, die die Chorarbeit ganz offensichtlich so leidenschaftlich betreiben, wie am Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium. So erzählt Schulleiter Ulrich Plaga: „Eigentlich proben der kleine und große Chor bei uns das ganze Jahr über. Wenn es draußen heiß ist, werden bereits die ersten Weihnachtslieder geübt und wenn im Januar klirrende Kälte herrscht, werden bereits Sommerlieder geprobt.“

Ulrich Plaga ist besonders angetan davon, wie immer wieder neue Talente mit der 5. Klasse die Schule betreten und sich einbringen. „Als Schulleiter ist man immer traurig, wenn bekannte Gesichter nach dem Abitur die Schule verlassen, doch dann kommen jedes Mal ein Haufen neue Kinder in die Schule. Und man ist neugierig darauf, was für ein Potenzial in ihnen schlummert.“ Vor dem Weihnachtskonzert ging es im Herbst für die 165 Chormitglieder unter der Leitung von Birgit Ihlo (Chor der Klassen 5 bis 7), Sixta Thiere (Chor der Klassen 8 bis 12) und die neue Kollegin Laura Panier auf eine probenintensive Chorwoche nach Verden an der Aller (Niedersachsen).

Musik querbeet

Bei dem Weihnachtskonzert ging es musikalisch querbeet von Chorälen aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, begleitet von Kantor Carsten Miseler, über Volksweisen aus Deutschland, England oder Russland bis hin zu modernen Weihnachtsliedern wie „Jingle Bells“ oder „All I want for Christmas is you“. Dass es für die Schüler alles andere als ein Pflichtprogramm, sondern ein Konzert war, das sie mit Freude und einer riesigen Portion Stolz dem Publikum vorgetragen haben, merkte man anhand von kleinen Gesten.

Zum einen an dem Lächeln, das viele ihren (Groß-)Eltern im Publikum zuwarfen, aber auch an dem Verhalten der Schüler untereinander. Als der kleine Chor sang, klatschten spontan die „Großen“ mit und sorgten für eine ausgelassene Stimmung, die bald einem Popkonzert gleichkam. Das Mitklatschen schlug schnell wieder in ein stilles Zuhören um, als die Schülerin Alexandra Bansemir eine im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Toccata von Aram Chatschaturjan auf dem Klavier vortrug.

Auch Ehemalige dabei

Dass die Arbeit mit dem Chor Spaß machen muss, zeigte auch der Einsatz der ehemaligen Schülerin Anna-Lena Schiemann, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Museum in Magdeburg macht, aber für das Konzert Stücke am Klavier begleitete. Plaga schmunzelnd: „Manche Ehemaligen sind mittlerweile selbst Lehrer und machen noch immer beziehungsweise wieder bei uns mit.“

Apropos mitmachen. Am Ende ließ es sich das Publikum nicht nehmen und in der Jakobikirche erklang bis in die hintersten Ecken ein kräftiges „Stille Nacht, heilige Nacht.“