Schönebeck l Manfred Georgi und Oliver Welz sind davon überzeugt: Die Umgehungsstraße B 246a hat keine Verkehrsberuhigung in Salzelmen gebracht. Das Verkehrsaufkommen, ob Autos oder Laster, sei in den vergangenen Jahren immer mehr geworden. Der Durchgangsverkehr Magdeburger Straße, speziell im Bereich Ampelkreuzung Leipziger Straße und Kreuzung Chausseestraße, sei so nicht mehr hinnehmbar ist. Zumal der Fußweg dort teils sehr schmal, kein Radweg vorhanden und die Kreuzung sehr unübersichtlich sei.

Mit einem Schreiben wenden sie sich an die Verantwortlichen in Stadt und Kreis. Darin machen sie auf die Gefährdungs- und Belastungssituation aufmerksam, geben Lösungsvorschläge. Auf einer Unterschriftenliste unterstreichen 45 weitere Anwohner dieses Ansinnen mit ihrer Signatur. Das war Ende März dieses Jahres. „Dann kamen von Stadt und Kreis freundliche Eingangsschreiben. Die Stadt Schönebeck verweist darauf, dass sie nicht Baulastträger des Straßenabschnitts ist und dass der Kreis unser Anliegen bearbeiten wird“, sagte Manfred Georgi vor wenigen Tagen am Lesertelefon. Von dort hört er aber seitdem nichts mehr. Kein Zwischenstandsbericht, kein Endergebnis.

Die Volksstimme fragt nach. Fachdienstleiter Gereon Schelhas teilt dazu mit, dass es Ende April zwischen dem Straßenbaulastträger (Kreiswirtschaftsbetrieb), der Stadt Schönebeck und der Straßenverkehrsbehörde des Salzlandkreises eine gemeinsame Ortsbesichtigung gegeben habe, während der die weitere Vorgehensweise besprochen und abgestimmt worden ist. In der 17. und 18. Kalenderwoche seien Verkehrszählungen erfolgt. „Die Auswertung liege nun vor. In Kürze wird Manfred Georgi vom Salzlandkreis ein entsprechendes Antwortschreiben erhalten“, so Gereon Schelhas.

Zählung

Auf Bitte um nähere Informationen erläutert Kreissprecherin Alexandra Koch: „Die Zählung hat ergeben, dass auf dem besagten Straßenabschnitt durchschnittlich 4580 Fahrzeuge am Tag durchfahren. Davon waren laut Zählung rund acht Prozent Lastkraftwagen (Lkw) und Lastzüge. Das entspricht einer Anzahl von 361 Lkw. Der Straßenabschnitt wird demnach jede vierte Minute von einem Lkw befahren. Entsprechend des gesetzlichen Rahmens liefert das Ergebnis der statistischen Erhebung somit keinen Grund für eine Verkehrsbeschränkung.“

Um alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, seien noch weitere Aspekte in die erweiterte Prüfung einbezogen worden. Dazu habe der Kreiswirtschaftsbetrieb als zuständiger Baulastträger, so Alexandra Koch, eine ausführliche Stellungnahme erarbeitet. Darin seien Charakteristika wie Straßenbreite, Gehwegbreite, Parkplatzsituation, Zufahrten und mögliche Radwegführungen erörtert worden. „Die Abstimmung zwischen Baulastträger und Straßenverkehrsbehörde weise trotz den Bemühungen mit erweiterter Analyse das Ergebnis auf, dass leider mitgeteilt werden muss, dass dem Anliegen auf Beschränkung des Verkehrs nicht entsprochen werden kann. Der Brief an Manfred Georgi befindet sich auf dem Postweg“, so die Kreissprecherin.

Als Manfred Georgi davon hört – das Schreiben war bis Sonnabend nicht bei ihm eingegangen, zeigt er sich verärgert und will das so nicht hinnehmen. „Es wird nicht auf unser Schreiben und die Lösungsvorschläge eingegangen. Die mögliche Verkehrslenkung ist komplett außen vor“, sagt der Schönebecker im Gespräch mit der Volksstimme. Zudem vermisse er die Unterstützung des Oberbürgermeisters. „Die Stadt muss für ihre Bürger helfend einwirken“, ist er der Meinung, „einfach nur sagen, das ist nicht meine Straße, ist zu einfach.“

Andere Verkehrslenkung empfohlen

Manfred Georgi und Oliver Welz haben in ihrem Schreiben nicht nur aus ihrer Sicht die derzeitige Situation und die damit einhergehende Gefahrenquellen für Anwohner, Fußgänger und Radfahrer geschildert. Sie haben auch Lösungsvorschläge aufgeführt: Tempo 30 für alle Fahrzeuge und Durchfahrtverbot für Laster. Zudem könnte durch eine Verkehrslenkung über die Wilhelm-Dümling-Straße und die Hohendorfer Straße das Verkehrsaufkommen für das Gebiet der Magdeburger Straße zusätzlich entspannt werden, regen sie an.