Mögliche neue Grabarten in der Stadt Schönebeck

Baumwiesengrab Einzel/Doppel

Pflanzung eines Baumes oder Nutzung von Bestand; Anordnung der Grabstellen um Baum (je nach Standort individuell); umgebende Fläche bleibt Rasen, Liegestein ebenerdig möglich; Blumenablage am Stein möglich, aber keine Pflanzung;

Für eine Urnenbeisetzung: 15 Jahre Nutzungszeit, nicht verlängerbar; Kosten Einzelgrab: rund 2700 Euro* mit Beisetzungsgebühr;

Für zwei Urnenbeisetzungen:

20 Jahre Nutzungszeit, verlängerbar, Kosten Doppelgrab: rund 4150 Euro* plus Beisetzungsgebühr; Pflegekosten für die Nutzungszeit jeweils inbegriffen

Baumgemeinschaft

Gemeinschaftsgrab mit individueller Bepflanzung; Nutzung vorhandener, kleinteiliger Strukturen auf dem Friedhof (zum Beispiel alte Erdwahlgräber) mit Bäumen und/oder Hecken; Liegestein möglich; Nutzungszeit 15 Jahre, nicht verlängerbar, Kosten Grabstelle: rund 3100 Euro* mit Beisetzungsgebühr.

Kleine Urnengesellschaft

Dauer- und Wechselbepflanzungen; eingefasste Fläche; Grabstein möglich; Nutzungszeit 15 Jahre, nicht verlängerbar; Kosten Grabstelle: rund 2000 Euro*; Bestattungsgebühr und Pflegekosten für die Nutzungszeit jeweils inbegriffen.

Urnenwahlgrabstätten für Mensch-Tier-Bestattung

Individuelle Grabstätten in einem separaten Wiesenfeld; Größe entsprechend Urnenwahlgrabstätten; Bepflanzung und Pflege durch die Angehörigen; Bestattungsmöglichkeit für zwei humane und zwei tierische Urnen, Laufzeit 20 Jahre, verlängerbar; Kosten: rund 840 Euro* plus Beisetzungsgebühr.

Erdreihengräber in Gemeinschaft

Anlage von Erdreihengräbern mit gemeinschaftlicher Pflege; grabsteinnahe Bepflanzung und Rasenfläche durch Friedhofsverwaltung; stehender Stein ist möglich; Nutzungszeit 25 Jahre, nicht verlängerbar; Kosten: rund 8200 Euro* einschließlich Bestattungsgebühr, Pflegekosten für die Nutzungszeit jeweils inbegriffen

Ebenfalls neu:

Namensnennung an vorhandenen Gemeinschaftsanlagen

Nachträgliche Anbringung von Namenstafeln für bereits bestattete Personen und neue Beisetzungen; Nutzungszeit 15 Jahre in Anlehnung an die Ruhefrist

Kosten: rund 70 Euro* plus Gravur

* Bei den angegebenen Kosten gemäß dem Entwurf einer neuen Friedhofsgebührensatzung handelt es sich um die Grabnutzungsgebühren, die die Stadt für ihre Friedhofe erhebt. Zum Teil sind die Bestattungsgebühren bereits enthalten.

Quelle: Stadtverwaltung Schönebeck

Schönebeck l Die bis dato geltende Friedhofssatzung mit entsprechender Gebührensatzung ist aus dem Jahr 2012. Nun soll es eine Anpassung geben. Zum einen, um mit aktuellen tatsächlichen Kosten kalkulieren zu können. Zum anderen, um sogenannte neue Grabarten wie Baumwiesengrab, Erdreihengräber in Gemeinschaft oder Mensch-Tier-Bestattung anzubieten – zusätzlich zu den bekannten Bestattungsformen. Die Entwürfe der Verwaltung werden derzeit in den Ausschüssen diskutiert, schlussendlich entscheidet der Stadtrat am 13. Dezember 2018.

Die Stadt Schönebeck verwaltet sieben Friedhöfe: Westfriedhof, Ostfriedhof sowie in Frohse, Grünewalde, Elbenau, Ranies und Plötzky. Baumwiesengräber soll es beispielsweise auf dem Ostfriedhof geben. Die Baumgemeinschaft ist nur für den Westfriedhof geplant. Für die Mensch-Tier-Bestattung steht eine separate Wiese auf dem Ostfriedhof zur Verfügung, eine Genehmigung vom Kreis liegt vor. Es werden 20 Urnenwahlstellen dafür ausgewiesen. Damit will die Stadt etwas bieten, was im benachbarten Aschersleben und Magdeburg bereits umgesetzt wird. „Dies soll die Möglichkeit für Tierliebhaber eröffnen, sich mit dem geliebten Weggefährten gemeinsam in einer Grabstelle beisetzen zu lassen“, heißt es in der Begründung des Beschlussvorschlags.

Die Verwaltung hat die Friedhofsgebühren für die Jahre 2019 bis 2021 neu kalkuliert. Auch über diese geänderte Satzung hat der Stadtrat zu entscheiden. Aus der Statistik der Jahre 2014 bis 2017 geht hervor, dass es einen Trend zur Urnenbeisetzung gibt und die Anzahl der Erdbestattungen zurückgeht. Aus diesem Grund seien die neuen Grabarten aufgenommen und bei der Neukalkulation berücksichtigt worden.

Gedanken gemacht

Stadtrat Manfred Pöschke (FDP/Rettet die Altstadt) sprach Cornelia Lentze, Sachgebietsleiterin Grünflächen, nach einer Präsentation der angedachten neuen Grabarten im Bauausschuss ein Lob aus. „Wir sehen, die Verwaltung hat sich Gedanken gemacht, dass sich die Friedhöfe entwickeln können.“ Stadtrat Thoralf Winkler (Grüne) sagte, dass in Elbenau auch Stelen stehen, aber ohne Namen. „Will keiner oder weiß keiner davon?“ Das Interesse sei groß, so Cornelia Lentze, doch man warte noch auf die geänderte Satzung. Wird sie beschlossen, tritt sie im Januar 2019 in Kraft.