Barby l Bereits seit langem ist er heiß ersehnt, viele Bürger hatten sich dafür eingesetzt: Ein Radweg, der parallel zur Landesstraße 51 von Barby nach Pömmelte führt.

Der Bürgermeister der Stadt Barby, Torsten Reinharz (parteilos), hatte voller Freude in einem Interview mit der Volksstimme zum Jahresende angekündigt, dass es sein Höhepunkt des Jahres 2018 war, dass der Radweg von Pömmelte nach Barby kommt. Der aktuelle Planungsstand, so der Bauamtsleiter der Stadt Barby, Holger Goldschmidt, besagt auch, dass der Radweg 2020 beendet werden soll. Der Radweg wird im Zuge der Erneuerung der Landesstraße gebaut und verläuft dort parallel. Vor allem der Abschnitt der L51 zwischen Barby und Schönebeck sei stark abgenutzt gewesen. Aus diesem Grund ist im Zuge der Sanierung die Landesstraßenbaubehörde für das Vorhaben zuständig. Die Federführung für die Planung des Radweges übernehme allerdings, so Stefan Hörold, der Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde, Goldschmidt als Tiefbauamtsleiter der Stadt Barby.

Goldschmidt erläutert den Stand der Planungen, dass die Arbeiten am restlichen Radweg von Schönebeck nach Barby bis 2019 abgeschlossen sein sollen, und Pömmelte bis Anfang des Jahres 2020.

Im Dezember vergangenen Jahres habe man sich zunächst zusammen mit der Archäologie- und Denkmalbehörde darüber verständigt, im Januar und Februar unter den Trägern öffentlicher Belange einen Vororttermin zu veranstalten. Genau steht der Termin noch nicht fest. Zusammen mit dem Vermessungsbüro, Experten aus der Archäologie und zu Wasser und Naturschutz wird sich der Stand noch einmal gemeinsam angesehen. Es sei also noch ein langer Weg, bis 2020 alles fertig sei, so Goldschmidt. Dies sei jedoch bei einem Bauvorhaben in dieser Größenordnung auch angemessen.

Das Vorhaben ist seit Jahren geplant und ist mit der Öffnung des Ringheiligtums dringlicher geworden. Das Westufer der Elbe ist seitdem für viele Radfahrer viel interessanter geworden. Die Besucherzahlen an der einzigartigen Einrichtung steigen kontinuierlich, wie die Jahresbilanz des Ringheiligtums aus dem Jahre 2018 mit knapp 25.000 Besuchern zeigte.

Symbiose von Radweg und Ringheiligtum

Während die offizielle Route für Radfahrer auf der östlichen Elbseite verläuft, gibt es die großen Sehenswürdigkeiten auf der anderen Flussseite.Radfahrer, die die Barbyer Seite erkunden wollen, müssen auf der Straße fahren. Das ist nicht ganz ungefährlich, weil die Elbestadt über ein größeres Industriegebiet verfügt, welches regelmäßig von schweren Lkw angesteuert wird. Holger Goldschmidt kündigte an, dass der Schutz für Fußgänger und Fahrradfahrer ihm ebenfalls ein wichtiges Thema sei.

Bürgermeister Reinharz bestätigt, dass der Bau des Radweges 2020 in Absprache mit der Landesstraßenbaubehörde beendet sein soll.

Kürzlich hatte der Kulturstaatssekretär Gunnar Schellenberger (CDU) gesagt, dass es besser gewesen wäre, bereits früher in das Ringheiligtum Pömmelte als in den Radweg zu investieren. Die Stadt hätte sich damals leicht überfordert zunächst für diese Lösung entschieden.

Torsten Reinarz, der die Pläne, das Ringheiligtum besser zu vermarkten, begrüße, sagt als Bürgermeister von Barby über diese Aussage: „Es ist ein cleverer Plan, in das Ringheiligtum zu investieren. Allerdings hätte beides gleichzeitig eine schöne Symbiose werden können. Daran hat man damals nicht gedacht“.