Barby Reit- und Fahrverein Gnadau/Döben feiert 20-jähriges Bestehen
Der Reit- und Fahrverein Gnadau/Döben wurde vor 20 Jahren gegründet. Die Mitglieder um den Vereinsvorsitzenden Wolfgang Schoenebaum feierten das Jubiläum am 4. August auf dem Sportplatz an der Reithalle.

Gnadau - 236 Mitglieder, sechs Vereinspferde, mehrere fest angestellte Mitarbeiter (stundenweise) und täglicher Reitbetrieb von montags bis freitags und an den Wochenenden. Fragt man Vereinschef Wolfgang Schoenebaum, ob er sich diese Dimensionen vor 20 Jahren hätte vorstellen können, stöhnt er nur eine knappe Antwort: „Nie!“ Die Feuerwehr Barby freute sich jüngst über eine neue Drehleiter.
„Hätte ich das damals alles gewusst, hätte ich es vielleicht nicht gemacht“, schiebt der Döbener nach.
Das leichte Grinsen auf den Gesichtern der Umstehenden sagt was anderes: „Doch! Hätte er mit Sicherheit!“ Denn der umtriebige Schoenebaum ist das Fleisch gewordene Engagement. Er ist die Lokomotive des Gnadauer Reitsports, oder passender ausgedrückt: ein von sechs Kaltblütern gezogener schwerer Ackerwagen.
Zum Jubiläum waren – bis auf den verstorbenen Hartwig Neetz – auch alle Gründungsmitglieder dabei. Einer davon ist Volker Brosius, den man heute als routinierten Moderator von Reitsportveranstaltungen kennt. Mit Blick auf das Vereinsgeschehen sagt er: „Eigentlich ist der Gnadau-Döbener Reit- und Fahrverein ein Unternehmen!“
Mit Vereinsgründung setzten sich die Gnadauer gleich ein ehrgeiziges Ziel: Es muss eine Reithalle gebaut werden. Der damals noch eigenständige Gemeinderat stimmte zu, man hatte auch die „Landespolitik“ auf seiner Seite. Dementsprechend flossen die Fördermittel. Im Laufe des Abends und sicherlich mit Blick auf damalige Honig-Fördertöpfe, wird Schoenebaum mehrfach raunen: „Das wäre heute alles gar nicht mehr möglich.“
Die Reithalle – in deren Anfangsjahren fanden sogar Schul- und Behindertenreiten statt – gehört heute der Einheitsgemeinde Barby. „Wir wissen ja alle, wie es um die kommunalen Haushalte bestellt ist“, sagt Schoenebaum in Richtung Holger Goldschmidt, der in Vertretung des Einheitsgemeinde-Bürgermeisters gekommen ist.
Als es vor 20 Jahren los ging, setzten die Gnadauer besonders auf den Kinder- und Jugendsport. So ist es bis heute geblieben. Unter den 236 Mitgliedern sind 130 Kinder. Was sich auszahlt: Geadelt wurde die Reitsportgemeinschaft vor Jahren, als sie sich von der Regional-, dann Landesebene bis zum Bundeswettbewerb „Sterne des Sports“ hoch arbeitete. Und dabei den fünften Platz belegte. Ein großer Erfolg, betrachtet man die vielen Nominierungen aus allen bundesdeutschen Sportbereichen.