Calbe l Die Schülbeförderung ist eine kaum lösbare Aufgabe, wenn die Saalebrücke bei Calbe gesperrt ist. Die Schulbusse müssen dann bis nach Nienburg fahren, um über den Fluss zu kommen. Die Einhaltung des Fahrplanes wird fast unmöglich.

Aus diesem Grund hatte der Landkreis der Landesstraßenbaubehörde die Sperrung der Saalebrücke bei Calbe im vergangenen Jahr nicht genehmigt. Nur in den Ferien durfte die Brücke gesperrt werden. Monatelang bereiteten sich die Mitarbeiter der Landesstraßenbaubehörde auf die Sanierung der Brücke vor. Nur sechs Wochen Zeit, so die Vorgabe des Landkreises, gibt es für die Bauarbeiten an der Stahlkonstruktion. Nun, wenige Tage vor dem Ende der Sommerferien zeigt sich, dass die Zeit für die Reparatur der Brücke nicht ausreicht. Die Bauarbeiten werden umfangreicher ausfallen müssen, als von den Fachleuten geplant, sagt Andreas Tempelhof. Die Brücke wird bis Anfang September komplett gesperrt bleiben müssen, sagt der Pressesprecher des Verkehrsministeriums.

Weitere Schäden entdeckt

Während der Bauarbeiten entdeckten die Bauarbeiter und Ingenieure weitere Probleme an den Übergängen zur Straße. Diese Übergänge standen bereits im Fokus und verursachten die Sperrung der Brücke. Die Übergangskonstruktionen der 1996 errichteten Brücke war defekt. Das machte sich durch die lauten Geräusche bemerkbar, die jedes Fahrzeug verursachte, welches die Brücke passierte.

Als die Bauarbeiter die Fahrbahn an den Übergängen aufgestemmt hatten, wurde sichtbar, dass im Untergrund die Korrosion ein Teil der Stahlkonstruktion im Unterbau der Fahrbahn zersetzt hatte, sagte Andreas Tempelhof. Nun müssten die Bauarbeiter die Unterkonstruktion wieder herstellen. Das Verfahren ist aufwändig und bedeutet den Einsatz schwerer Technik. Gleichzeitig beginnt morgen die Schule wieder.

Als sich in den vergangenen Wochen abzeichnete, dass die anvisierte Bauzeit auf keinen Fall ausreichen wird, um die Schäden an der Brückenkonstruktion zu beheben, setzte zwischen den betroffenen Behörden eine rege Diskussion ein, sagte Bill Bank. Er ist Leiter der Verkehrsplanung bei der Kreisverkehrsgesellschaft des Salzlandkreises und damit für die Organisation der Schülerbeförderung zuständig.

Einigung erzielt

Die Schulbusse, sagte er gestern, werden über die Brücke fahren. Das sei mit der Straßenbaubehörde sowie mit den Baubetrieben ausgehandelt worden. Gestern trafen sich die Vertreter des Landkreises noch einmal mit den Vertretern der Landesstraßenbaubehörde, um das Thema erneut zu besprechen, bestätigte mit Marianne Bothe die Pressesprecherin der Kreisverwaltung.

Morgens und mittags sollen die Schulbusse die Brückenbaustelle jeweils passieren können, heißt es. Dazu sollen schwere Stahlplatten die aufgerissene Fahrbahn ab- decken und ein Passieren möglich machen. „Solange müssen die Arbeiten dann täglich ruhen“, sagt Andreas Tempel- hof.

Betroffen von der Ausnahme sind ausschließlich die Busse, die die Schüler morgens und nachmittags befördern, bestätigt er. Anschließend können die Bauarbeiten fortgesetzt werden. Immer wieder wird es in den kommenden Wochen auch zu kurzfristigen kompletten Sperrungen der Brücke auch für Fußgänger und Radfahrer kommen, kündigt er an, wenn mit einem Kran große Stahlbauteile eingebaut werden müssen. Die Termine dafür stehen noch nicht fest.

Pünktlicher Verkehr gefordert

Für die Kreisverkehrsgesellschaft ist die Nutzung der Brücke für den Schülerverkehr wichtig, betont Bill Bank. Denn besonders morgens wird jeder Bus im Landkreis benötigt, um die Schüler pünktlich zu den Schulen zu bringen. Müssten die Busse die weitere Tour über Nienburg nehmen, würde sich dies weit über Calbe hinaus im Fahrplan auswirken. Für den Schülerverkehr gibt es aktuell zu der Saalebrücke bei Calbe keine Alternative. Aber nur die Schulbusse, weist er hin, dürfen die Baustelle täglich befahren.