Schönebeck/Magdeburg l Von nicht weniger als einer „Katastrophe“ spricht Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD), wenn es um die geplante Umleitung für die Autobahn 2 geht, die ab diesem Sommer wegen Bauarbeiten gesperrt werden muss. Denn als Ausweichstrecke soll wieder einmal die B1 im Norden der Landeshauptstadt herhalten. Schon heute sorgt bereits ein größerer Verkehrsunfall auf der Autobahn für stundenlange Staus auf dieser üblichen Umleitungsstrecke, die den Verkehr bis in die Stadt weit hinein behindern.

Im Magdeburger Rathaus hält man es daher für unerträglich, dass dieser Zustand nun ein halbes Jahr andauern soll, während die Fahrbahn in Richtung Hannover erneuert wird. Oberbürgermeister Trümper fordert daher nicht weniger als ein so genanntes „Abfahrtverbot“ bei Magdeburg, das ein Ausweichen von der Autobahn auf die Bundesstraße bei Magdeburg verhindern soll.

Stadt Magdeburg befürchtet "Katastrophe"

Doch dieser Vorschlag – selbst wenn er vorerst nur ein Gedankenspiel ist – hätte drastische Folgen für den Straßenverkehr in der Region Schönebeck. Denn anstatt die Bundesstraße 1 zu nehmen, würden die Autofahrer die Autobahn 2 bereits auf der Abfahrt Burg-Ost verlassen und eine große Umleitungen auf der B246a durch Möckern, Gommern, Plötzky und Schönebeck fahren, um auf der Autobahn 14 zurück zur A2 zu gelangen. Betroffen wäre im Raum Schönebeck vor allem Plötzky, da dort die B246a direkt durch die Ortschaft führt.

A2-Umleitung über Ostelbien

Für die Anwohner in Plötzky würde sich die Situation dadurch noch verschärfen. Denn bereits seit Jahren fühlen sie sich durch den Durchgangsverkehr belästigt. Lange Zeit kämpfte eine Arbeitsgruppe Verkehr für eine Umgehungsstraße, um den Ortsteil zu entlasten. Doch als das Projekt zuletzt aus dem Bundesverkehrswegeplan herausgenommen wurde, da Aufwand und Nutzen aus Sicht des Bundes in keinem Verhältnis sind die Chancen für die Realisierung praktisch gegen Null gesunken. Immerhin: In der ersten Jahreshälfte steht eine erneute Verkehrszählung in Plötzky an. In der Diskussion ist zudem eine so genannte Smiley-Ampel, die den Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeigt.

Plötzky Ortsbürgermeisterin Jana Reichelt kennt die Befindlichkeiten der Anwohner, wenn es um die B246a geht. „Das ist ein altes Thema, das schon lange in der Arbeitsgruppe besprochen wird“, sagte sie. Von der diskutierten Umleitung über Plötzky hatte sie bisher zwar noch nichts gehört. Das Thema soll nun aber bei der nächsten Sitzung der Arbeitsgruppe Verkehr besprochen werden. Weitere Treffen wurden allerdings bis auf weiteres wegen der Corona-Krise vertragt. Auch die Stadt Schönebeck würde bisher noch nicht über mögliche Pläne für den Autobahnverkehr in Plötzky informiert. „Da es sich um eine Bundesstraße und nicht um eine Kommunalstraße handelt, würden wir vermutlich auch erst später davon erfahren“, sagte Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz.

Enteidung steht noch aus

Eine endgültige Entscheidung wurde über den Verlauf der Umleitung allerdings noch nicht gefällt. Das Verkehrsministerium hat jedoch darauf hingewiesen, dass es für das aus Magdeburg geforderte Abfahrtverbot keine rechtliche Grundlage gibt. Zudem wäre ein Abfahrtverbot nur für Ortsfremde in der Praxis nur schwer zu kontrollieren. Die Landesstraßenbaubehörde soll nun mögliche alternative Routen für eine Umleitung prüfen. Und zwar kurzfristig für die Bauarbeiten auf der A2 als auch langfristig für zukünftige Anlässe. Sowohl die Bundesstraße 1 als auch die Autobahn 2 wären dabei denkbare Optionen.

Die Autobahn 2 wird bei Magdeburg zwischen Juni und November wegen Bauarbeiten in Richtung Hannover auf einer Länge von zwölf Kilometern gesperrt. Neben der Sanierung der Fahrbahn sind Arbeiten an der Elbebrücke Hohenwarthe geplant. Die Anschlussstelle Magdeburg-Kannenstieg in Richtung Hannover bleibt in der Zeit geschlossen. Im Laufe des Sommers soll auch die Abfahrt Magdeburg-Zentrum für vier Wochen gesperrt werden.