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„Rodday Care“ Staßfurt bekommt neues Wundzentrum

Mit „Rodday Care“ schließt Staßfurt die Versorgungslücke zwischen Arzt, Apotheker und Drogist. Die badische Firma eröffnete den landesweit zweiten Standort.

Von Tobias Winkler Aktualisiert: 15.01.2026, 19:45
Freuen sich über die Eröffnug (von links): Heike Freitag, Teamleiterin Sachsen-Anhalt Nord, und Wundmanagerin Stefanie Mühlen.
Freuen sich über die Eröffnug (von links): Heike Freitag, Teamleiterin Sachsen-Anhalt Nord, und Wundmanagerin Stefanie Mühlen. Foto: Tobias Winkler

Staßfurt - Schlecht heilende, immer wieder aufploppende, chronische Wunden gelten seit einigen Jahren als eine sich zuspitzende Herausforderung für das Gesundheitssystem. Abhilfe verspricht das Mitte dieser Woche eröffnete Wundzentrum des Eichstettener Unternehmens „Rodday Care“ an Staßfurts Salzrinne. Der neben Halle zweite Standort in Sachsen-Anhalt. Deutschlandweit sind es rund 20.

„Es ist hier hygienischer als im häuslichen Umfeld“, sagt Stefanie Mühlen (31).

Die gelernte Altenpflegerin und neue Wundmanagerin ist bereits seit einigen Jahren in Staßfurt und dem Salzland für Rodday aktiv, bislang ambulant, in Hausbesuchen.

„In den vergangenen zwei Jahren hat sich herauskristallisiert, dass ein Wundzentrum in Staßfurt Sinn macht“, sagt sie.

Chronische Leiden

Pflaster, Kompressionen, etwa Stützstrümpfe, Verbände oder Wundspülungen – das sind die wesentlichen Produkte, mit denen das Wundzentrum arbeitet. Oftmals begründet liegen die dazugehörigen Probleme in steigendem Alter der Bevölkerung, in Über- wie Unterzuckerung, den diabetischen Erkrankungen oder Ernährung, Cholesterin, Arterienverkalkung und Gefäßschwächen.

Zu den am häufigsten auftretenden Beschwerden gehören Ulcus cruris (das „offene Bein“), Diabetisches Fußsyndrom (der „Zuckerfuß“) oder Dekubitus (Folge des „Wundliegens“).

Auch mit kurzfristigeren, zuweilen infektiösen Wunden, zum Beispiel durch Sportverletzungen, eingewachsene Haare, Tattoos oder Piercings, ist man fortan an der Salzrinne richtig. „Von bis“, sagt Heike Freitag, Teamleiterin für Sachsen-Anhalts Norden und gelernte Kinderkrankenschwester. „Vom Kind bis zum Rentner“ behandle man alle Altersgruppen.

Zwei Räume stehen dafür zur Verfügung, insgesamt misst das Zentrum 100 Quadratmeter, für die Etage darüber sucht man derzeit weitere Pächter, etwa für physiotherapeutische und/oder Arzt-Praxen.

Lebensqualität

Mit dem Rückzug des „Aldi“-Markts und dessen Umzug an den Neumarkt sind Stadtentwicklung und Innenstadtbelebung auf Neustart gepolt.

„Wir arbeiten eng mit den Hausärzten der Region zusammen“, sagt Freitag.

Das Unternehmen setze auf Wundmanager, Berater, Koordinatoren und Organisationstalente, die ein Ziel verbinde: Menschen begleiten, um Heilung zu ermöglichen und Lebensqualität zurückzugeben.

Die „Aldi“-Umsiedlung bringt Schwung in die Entwicklung an Staßfurts Salzrinne.
Die „Aldi“-Umsiedlung bringt Schwung in die Entwicklung an Staßfurts Salzrinne.
Foto: Tobias Winkler

Anders als bei Heilprodukten aus der Drogerie sind in Staßfurts Wundzentrum auch fachkundige Pflegekräfte am Werk und von verschreibungspflichtigen Medizinprodukten aus der Apotheke grenze man sich ausdrücklich ab, sagt Freitag.

Selbstzahler seien in der Behandlung ebenso willkommen wie Privat- und Kassenpatienten.

Besonders beliebt sind derzeit beispielsweise Verbandsstoffe aus Schaumtechnologien, Hydrofasern oder Mehrlagenkompressionen. Herstellerunabhängig, aus einem Netz von derzeit rund zehn Anbietern.

„Alles, was wir machen, ist rezeptierfähig“, sagt Wundmanagerin Stefanie Mühlen.