Bildung

Staßfurt: Öffnet die Ludwig-Uhland-Grundschule doch noch nicht?

Wird die Ludwig-Uhland-Grundschule bis zum Start des neues Schuljahres Ende August fertig oder nicht? Eine Frage, auf die es bislang noch keine eindeutige Antwort gibt.

Von Sabine Lindenau 13.05.2022, 15:19
Die Ludwig-Uhland-Grundschule Staßfurt verhüllt. Das war 2021. Wird sie bis August fertig saniert sein?
Die Ludwig-Uhland-Grundschule Staßfurt verhüllt. Das war 2021. Wird sie bis August fertig saniert sein? Falk Rockmann

Staßfurt - Ein paar Stunden vor der Stadtratssitzung war Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) noch mit dem Projektsteuerer, der Bauleitung sowie Vertretern von Firmen und Verwaltung vor Ort, um sich ein Bild vom Baufortschritt zu machen. Eine ganz klare Zusage, dass die Uhlandschule wie geplant zum neuen Schuljahr wieder in Betrieb gehen kann, konnte er nicht machen. Dennoch gebe es berechtigte Hoffnungen.

„Mit Stand heute gehen wir davon aus, dass die Uhlandschule zum neuen Schuljahr wieder für den Schulbetrieb geöffnet werden kann“, informierte Wagner am Donnerstagabend die Stadträte. Man hoffe, dass das Projekt bis zu den Sommerferien umgesetzt werden könne, so dass in den Ferien „hoffentlich ein Umzug stattfinden kann und zum ersten Schultag im besten Fall auch geöffnet werden kann.“ Die Worte des OBs sollen Zuversicht ausstrahlen, doch sie sorgen ob zahlreicher Konjunktive eher für Skepsis.

„Ich habe wirklich erhebliche Zweifel, dass es alles so eintrifft“, reagierte Bianca Görke (Die Linke) auf die Ankündigungen und fragte: „Gibt es einen Plan B?“ Görke rief in Erinnerung, dass sie an gleicher Stelle schon einmal kritische Fragen gestellt und Recht behalten hatte. Weil die Uhlandschule eben nicht wie geplant schon zum Schuljahr 2021/2022 wiedereröffnet wurde. „Jetzt ist meine Sorge, wenn das alles nicht so reibungslos klappen sollte zum Beginn des neuen Schuljahres, ob es einen gefestigten Plan B gibt.“ Görke denkt dabei nicht nur an den fortlaufenden Schulbetrieb am Ausweichstandort Neundorf, sondern an die Beförderung.

Nein, einen Plan B gebe es noch nicht. Und zu hundert Prozent in Stein gemeißelt sei die Wiedereröffnung noch nicht, so Wagner. Er habe sich ein Bild machen können, Fachbereichsleiter Florian Heidler sei auch dabei gewesen. Mit dem Ergebnis: „In den nächsten zwei Wochen muss ordentlich Gas gegeben werden.“ Da nimmt der OB vor allem auch die Firmen in die Pflicht. Derzeit seien die Trockenbauer in dem denkmalgeschützten dreigeschossigen Gebäudekomplex aktiv. Sind sie fertig, könnten weitere Gewerke ansetzen. Und so sagte Wagner noch einmal: „Es bestehen noch die berechtigten Hoffnungen, dass das zum neuen Schuljahr eintritt.“ Sollte sich bis zum 2. Juni, wenn sich Ausschussmitglieder vor Ort umschauen, herauskristallisieren, dass es nicht klappt zum ersten Schultag, „müssen wir natürlich einen Plan B haben, gerade auch was den Schülerverkehr betrifft. Die Örtlichkeit hätten wir ja“, so Wagner. „Aber daran wollen wir jetzt noch nicht denken. Ich habe noch die Hoffnung nach dem heutigen Gespräch“, bemühte er sich weiterhin, Optimismus zu verbreiten.

Zwischen hoffen und bangen

„Wir haben heute oft das Wort Hoffnung gehört“, wollte eine Elternratsvertreterin der Uhlandschule aber eigentlich konkrete Aussagen hören. Die Eltern wollen gut dreieinhalb Monate vor Beginn des neuen Schuljahres wissen, wo ihre Kinder denn nun unterrichtet werden. Allein in dem Wissen, dass die Einschulung erneut im Salzlandtheater und nicht in der neuen Aula der Schule stattfindet, macht sie stutzig. Und stärkt berechtigte Zweifel. Brauchen sie Fahrausweise für einen Bus, der dann weiterhin nach Neundorf fährt oder nicht? Ist denn jener 2. Juni auch der Tag der Entscheidung? Wann ist denn der Umzug? Viele Fragen schwirren den Eltern im Kopf herum.

Heidler versuchte, Klarheit zu schaffen, blieb aber ebenfalls schwammig: „Herr Wagner hat Stand heute die Hoffnung, dass das Ganze aufgeht, darum habe ich mit Plan B noch nicht angefangen.“ Erst, wenn er zu hundert Prozent wisse, die Fertigstellung klappe nicht bis zum ersten Schultag, werde er alle Hebel in Bewegung setzen. „Ich werde keinen Aufwand betreiben, wenn es nachher doch nicht eintritt.“ Ende Mai, Anfang Juni wolle er definitiv vom Projektsteuerer und vom Planer wissen, ob der Termin eingehalten werden kann oder eben nicht. „Wenn nicht, werde ich die komplette Maschinerie in die Wege leiten, dann werden Sie auch informiert“, versicherte er.

Und so müssen sich Eltern, Schüler, Kinder, die eingeschult werden und nicht zuletzt auch die Lehrer weiter in Geduld üben. Darin haben sie in den zurückliegenden Jahren schon gewöhnen müssen. Denn die umfangreichen energetischen und allgemeinen Sanierungsarbeiten dauern schon seit gut vier Jahren an und hätten längst abgeschlossen sein sollen.