Kreative Meilensteine Ausstellung in Stendal würdigt Kunstkurs
Zum Abschluss der Jubiläumsreihe der Musik- und Kunstschule in Stendal präsentiert die Künstlerin Jutta Schulz ihre Bilder und Arbeiten ihrer Kursteilnehmerinnen. Zwei Projekte sind außergewöhnlich.

Stendal. - „Die Kunst war immer etwas Heimliches von mir“, sagt Jutta Schulz. Ihre Werke hielt die Stendalerin lange vor der Öffentlichkeit zurück. Zum Abschluss der Jubiläumsreihe der Musik- und Kunstschule Stendal sind Bilder von ihr und ihren Kursteilnehmerinnen zu sehen. Für die Ausstellung wagten sie sich an zwei außergewöhnliche Arbeiten.
30 Jahre lang hat Jutta Schulz den Kunstbereich der Musik- und Kunstschule in Stendal geleitet. Als kleines Dankeschön überreichte Kursteilnehmerin Karin Mechow ihrer Lehrerin einen Blumenstrauß.
Jutta Schulz’ Kunststil im Wandel der Zeit
Zu sehen sind Bilder, die in Verbindung mit dem Schulhaus stehen und eine Entwicklung zeigen sollen, erklärt die Künstlerin. Zehn Exemplare aus unterschiedlichen Schaffensphasen schmücken die Wände der ersten Etage im Gebäude in der Poststraße. Die Acryl-, Pastell- und Aquarellbilder auf der linken Seite bilden abstrakte Formen und Farbverläufe in Blau, Gelb und Grün ab. „Ich mache wenig nach Natur“, erzählt sie. Früher oder später habe sie den Wunsch, „Flächen zu organisieren“.
Von Porzellan-Design zur Malerei
Kaum verwunderlich, denn sie kommt aus dem Design. Nach dem Studium der Formgestaltung in Halle war Jutta Schulz in den 1970er Jahren als Porzellandesignerin in Meißen tätig. Müde von den Vorgaben der Keramikgestaltung, begann sie mit der Malerei – wie Jutta Schulz es bescheiden nennt: „Flächengestaltung“.
Mit Blick auf eine Collage aus dem goldenen Packungsinneren von Zigarettenschachteln erinnert sie sich: „Da habe ich viel geraucht.“ Sie scherzt weiter: „Ich brauchte ja Klebstoff.“
30 Jahre in Gemeinschaft kreativ
Auf sechs weiteren Bildern im Erdgeschoss zeigen die Kursteilnehmerinnen mit ihren Werken, was sie bei Jutta Schulz gelernt haben. Im Regelfall malt der Kunstkurs thematisch und in Einzelarbeit, aber für diese Ausstellung sollte etwas Neues her. So sind zwei große Werke entstanden, an denen erstmals zwei bis drei Hobbykünstlerinnen gemeinsam gearbeitet haben. „Wir sind froh, dass wir das geschafft haben“, sagt Schulz. Bis zur Fertigstellung vergingen „etliche Stunden“, denn „wir brauchten etwas Anlauf“.

Eine Gemeinschaftsarbeit ziert den Hausflur des Schulgebäudes. Als Untergrund dient ein Bettlaken, auf das drei Kursteilnehmer verschiedene bunte Elemente eingearbeitet haben: Noten, inspiriert vom Logo der Schule, und ein großer Violinschlüssel. „Wir wollten etwas machen, was sich auf die Schule bezieht und beide Bereiche verbindet“, sagt Jutta Schulz.
1995 gab sie die ersten Keramikkurse an der Musik- und Kunstschule, sponserte dafür sogar einen Keramikofen. Damit ebnete die Stendalerin den Weg für den Kunstbereich. „Ohne diese neue Sparte der Kunsterziehung wären wir wahrscheinlich heute noch eine normale Musikschule“, sagt Axel Kleefeldt, Stellvertreter des Oberbürgermeisters, zur Ausstellungseröffnung.
Kunst trifft Musik
Zwischen einer Begrüßung von Schulleiter Benjamin Ulrich und seinen Dankesworten begleitete das schuleigene Gitarrentrio die Veranstaltung. „Denn wir sind ja eine Musik- und Kunstschule“, sagt Ulrich mit Blick auf die Gäste. Darunter auch Arbeitskollege und Künstler Rüdiger Laleike sowie acht ehemalige und aktuelle Kursteilnehmerinnen. Deren Werke sind ebenfalls Teil der Ausstellung.
Die Werke sind während der Öffnungszeiten der Musik- und Kunstschule in Stendal, Poststraße 4, bis zur Finissage am 6. März zu sehen. An diesem Tag haben Interessierte ab 18 Uhr ein letztes Mal die Möglichkeit, die Werke zu sehen und mit Jutta Schulz ins Gespräch zu kommen.