Stendal (aw/dpa) l Liselotte-Herrmann-Straße, 13.40 Uhr: Dem Vordereingang gegenüber steht das dunkelblaue Fahrzeug der Spurensicherung, auf der Rückseite sind zwei Polizeibeamte bei der Arbeit. Unterhalb des Balkons, von dem das Kleinkind gut zwei Stunden zuvor gestürzt war, sichern sie Spuren, messen Abstände, machen Fotos, suchen den Rasen Zentimeter für Zentimeter mit ihren Augen ab, markieren mit Farbe wichtige Punkte. Um sie herum liegt Spielzeug.

Das hatten der eineinhalbjährige Junge und ein drei Jahre altes Geschwisterkind nach ersten Ermittlungen beim Spielen aus dem Fenster der Wohnung im fünften Stockwerk, der obersten Etage des Mehrfamilienhauses, geworfen. Was dann genau geschehen ist und zum Sturz geführt hat, konnte die Polizei am Montag noch nicht sagen.

Nur, dass der Junge gegen 11.20 Uhr vom Balkon gestürzt ist und lebensbedrohlich verletzt wurde, teilte Joachim Albrecht, Sprecher der Polizeiinspektion Stendal, mit. Das Kind wurde ins Stendaler Johanniter-Krankenhaus gebracht und auf Anraten der dortigen Ärzte per Hubschrauber in eine Magdeburger Spezialklinik verlegt. Ein Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams betreute die Angehörigen.

Kind liegt im Koma

Am Nachmittag hatte sich der Unfall unter den Nachbarn rumgesprochen. Sie reagierten geschockt auf die schlimme Nachricht.

Nun liegt der Junge im künstlichen Koma. Am Dienstag (18. August) wollten die Ermittler weitere Zeugen befragen, wie ein Polizeisprecher am Morgen sagte. Noch sei unklar, wie es zu dem Sturz aus der fünften Etage des Mehrfamilienhauses kommen konnte.