Eine Chronik

Am 8. September 2015 vermeldet die Volksstimme, dass auf dem Grenztruppengelände ein Flüchtlingsheim des Landes gebaut werden soll. Das Gelände der Bundesimmobilie war bis dato für den Umbau zu einer Photo- voltaikfläche vorgesehen.

Am 17. März 2016 schließt das Land Sachsen-Anhalt mit dem Bund einen Vertrag über das 36 Hektar große Gelände. Das Land soll dieses mietzinsfrei nutzen können. Für den Bau der Flüchlingsaufnahme sind 20 Millionen Euro veranschlagt. Als Baubeginn ist Herbst 2016 vorgesehen.

Im November 2016 geht das Finanzministerium mittlerweile von 29 Millionen Euro für die Sanierung aus.

Die Verhandlungen zwischen Bund und Land sind langwierig. Im Februar 2018 ist der Durchbruch. Nun werden 29,75 Millionen Euro veranschlagt.

Im November 2018 stimmt der Finanzausschuss dem Vorhaben zu, im Dezember wird der Haushalt vom Landtag verabschiedet.

Stendal l So überstürzt wie die Ereignisse und Entscheidungen im September 2015 erfolgten, so gemächlich läuft es bei der Umsetzung des Baus der Landesaufnahmeeinrichtung in Stendal ab. Mit dreieinhalb Jahren Vorlauf sind die Arbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Grenztruppen an der Gardelegener Straße mittlerweile angelaufen. Von hektischer Betriebsamkeit kann aber auch jetzt noch lange keine Rede sein. Einige Arbeiter sind mehr beratend denn handwerkelnd zu sehen, wie eine Vor-Ort-Besichtigung ergab.

Offizieller Baubeginn

Anfang März ist der offizielle Baubeginn für den Umbau der Kasernenanlagen zu einer Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge erfolgt, wie das Finanzministerium in Magdeburg auf Volksstimme-Anfrage mitteilte. Während der Bauphase ist das Finanzministerium zuständig, danach übernimmt das Innenministerium die Verantwortung für das Objekt.

Zunächst soll eine Trafostation errichtet werden und ab Mai dann ein Heizhaus gebaut werden, wie Pressesprecherin Sandra Peschke berichtet. Mit dem Umbau der Unterkunftsgebäude (beide vorhandenen großen Blöcke) soll dann ab Juli genauso begonnen werden, wie mit der Sanierung der Wachgebäude am Zugang des Geländes.

Ab Juli sollen Gebäude saniert werden

Parallel zum Auftakt der Arbeiten werden für das Wirtschaftsgebäude mit Speisesaal sowie ein weiteres Gebäude die Ausführungsplanungen vorbereitet. In diesem zusätzlichen Gebäude soll später die Aufnahme der Flüchtlinge sowie die Rückführung abgewickelt werden. Außerdem laufen die Ausschreibungen für weitere Bauvergaben, so für ein Unterkunftsgebäude, das Heizhaus, das Wärmeverteilernetz den Tiefbau, die Elektroversorgung und die Neuerschließung weiterer Versorgungsleitungen.

Stahlknecht verteidigt das Projekt

Als Fertigstellungstermin nennt das Ministerium den Juli 2022. Das heißt, es wird in den kommenden drei Jahren gebaut werden, ehe dann erste Asylbewerber in die Unterkunft einziehen können. Der Termin für die Fertigstellung hat sich immer weiter nach hinten verschoben. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der das 30-Millionen-Euro-Projekt im März 2018 in Stendal bei einer Bürgerversammlung verteidigte, ging lange von 2021 als Termin für die Inbetriebnahme aus.

Bereits 2017 war ein zaghafter Baubeginn erfolgt, in dem eine zweite Zuwegung geschaffen wurde. Eine Straße, die von der Lüderitzer Straße abzweigt, schließt nun das Technische Hilfswerk (THW) sowie den Zoll an. Bis dato war lediglich über die Gardelegener Straße ein Zugang möglich.

Die Stendaler Aufnahmeeinrichtung wird künftig – neben der in Halberstadt – die zweite Landesaufnahme für Flüchtlinge sein. Sie wird eine Kapazität für die Unterbringung von bis zu 1000 Menschen haben. Der Bund als Hauptzahler der Sanierung (21,13 Millionen Euro) hat zur Auflage gemacht, dass die Einrichtung mindestens zu 30 Prozent ausgelastet ist. Der Bund bleibt Eigentümer des Areals und überlässt die Nutzung dem Land.