Stendal l Eine Woche nach dem Start des landesweiten harten Lockdowns steigt die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Stendal weiter rasant an. Am Dienstagabend verzeichnete das Gesundheitsamt 38 Neuinfektionen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit bei 374. Ende Oktober betrug der Wert noch 18. Dabei hat sich das Infektionsgeschehen laut Kreisverwaltung verändert. Sprangen die Infiziertenzahlen in der Hansestadt kurz vor dem Beginn des leichten Lockdowns nach einer Familienfeier in die Höhe, verbreitet sich das Virus nun viel verstreuter.

Zuletzt hätten sich viele Menschen in Schulen, Kindertagesstätten und Pflegeheimen angesteckt, teilt Sabrina Lamcha von der Pressestelle der Kreisverwaltung auf Anfrage der Volksstimme mit.

Corona-Lage ist herausfordernd

Jedoch sei es nicht mehr möglich, die Ansteckungsorte in Gänze nachzuverfolgen. Insgesamt spricht das Gesundheitsamt von „einer herausfordernden Lage“. In der Behörde nehmen derzeit sechs Mitarbeiter die Testungen vor, während sich zehn um die Rückverfolgung der Kontaktpersonen kümmern. Diese Aufgabe hatte das Personal aber bereits nach der angesprochenen Familienfeier an die Grenzen gebracht.

Nach Volksstimme-Informationen kommt es immer wieder zu Verzögerungen bei der Kontaktaufnahme mit Infizierten. Landrat Patrick Puhlmann (SPD) hatte am Ende der vergangenen Woche in einer Mitteilung von Verschiebungen in der Kommunikationskette gesprochen und eingestanden, dass eine Benachrichtigung der von Covid-19 betroffenen Menschen und deren Kontaktpersonen nicht in jedem Fall gewährleistet werden könne.

Derweil befinden sich etwa 1200 Personen in Quarantäne, die Zahl sei sehr dynamisch, lässt Sabrina Lamcha verlautbaren. Die Einhaltung werde mit unangekündigten Kontrollen überwacht. Dabei setze man jedoch genauso auf die Eigenverantwortung.

Wie viele Tests das Gesundheitsamt täglich vornimmt, beantwortet Sabrina Lamcha nicht.