Tangerhütte/Lüderitz l Seit Jahren gibt es im Park von Groß Schwarzlosen einen Jugendtreff, den der Verein „Wir bleiben hier“ im alten Heizhaus des früheren Kinderheims installiert hat. Inzwischen gibt es einen Beschluss zum Verkauf des Areals und einen Leader-Antrag zur Einrichtung eines Ausweichtreffs. Uneinigkeit besteht derzeit über weitere 10.000 Euro, die für die Einrichtung genutzt werden sollen. 

Im Sozialausschuss abgelehnt

Im Sozialaussschuss wurde der Antrag der Wählergemeinschaft Lüderitz (formuliert durch Edith Braun) abgelehnt, im Bauausschuss befürwortet. Während in der einen Sitzung der Bürgermeister dabei war und Edith Braun nicht, war es im Bauausschuss genau andersherum. Seit mehreren Jahren versucht Edith Braun mit ihrem Verein „Wir bleiben hier“ bessere Bedingungen für den Jugendtreff in Lüderitz/Groß Schwarzlosen zu schaffen. Anfangs ging es um sanitäre Anlagen, inzwischen um einen Ersatzstandort. Seit 2013 gibt es den Treff, nach Angaben Brauns sind dort regelmäßig um die 50 fast erwachsene Jugendliche aus mindestens 13 Orten der Umgebung anzutreffen. In diesem Jahr stellte Braun zum wiederholten Mal einen Antrag auf Leader-Förderung für die Anschaffung eines neuen Containers als Ausweichstandort, den der Stadtrat unterstützte. Rund 30.000 Euro soll das Projekt kosten, die rund 7500 Euro Eigenanteil will der Verein übernehmen.

Nun gibt es einen weiteren Antrag Edith Brauns, der aus einem Gespräch von Jugendlichen, ihr selbst und dem Bürgermeister Andreas Brohm resultiere, wie sie erklärt. 10.000 Euro seien da zugesagt worden und die fordere sie nun auch ein.

Dass in der Beschlussvorlage vonseiten der Verwaltung davon gesprochen wird, man habe keine Übereinkunft über den neuen Treffpunkt finden können und dass es gegensätzliche Meinungen über die Einbindung in die Jugendarbeit der Einheitsgemeinde gebe, kritisierte sie. „Ich bin selbst Pädagogin und weiß wohl, wovon ich spreche und was die Jugendlichen bewegt“, erklärte sie im Bauausschuss. Sie selbst sei oft Gesprächspartner der jungen Leute, die sich aber zumeist in Eigenverantwortung treffen wollen.

Schutzvorgaben müssen eingehalten werden

Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) beschrieb die Situation in Lüderitz während des Sozialausschusses so: „Es treffen sich dort Jugendliche ohne Außeneinwirkung, in ihrer eigenen Welt.“ Er sprach auch von der Verpflichtung, Jugendschutzvorgaben einzuhalten.

Im Mai, als der Antrag Edith Brauns einging, habe man noch eine ganz andere Realität gehabt, weil der Antrag auf Leader-Förderung da noch nicht abzusehen gewesen sei, so Brohm. Jetzt würde das damals als einziger Zuschuss für einen Ausweichstandort vorgesehene Geld „on Top“ obendrauf kommen.

Sven Wegener (Die Linke) fragte im Sozialausschuss, ob denn auch in anderen Orten solche Jugendtreffs unterhalten werden. Brohm erklärte, dass es Tangerhüttes Jugendclub und die mobile Jugendarbeit der Einheitsgemeinde sowie einen Jugendtreff in Bittkau mit Personal gebe.

„Lüderitz ist etwas völlig anderes – ohne Personal, ein selbstverwalteter Platz für Jugendliche“, sagt der Bürgermeister. Mit fünf Nein- und einer Ja-Stimme lehnte der Sozialausschuss den Antrag auf Aufnahme der 10.000 Euro in die Haushaltsplanung ab. Der Bauausschuss sprach sich mit neun Ja-Stimmen einhellig dafür aus. Entscheiden muss der Stadtrat.