Hohe Investitionssumme Landgericht in Stendal wird zur Großbaustelle
Das Justizministerium lässt den großen Standort in Stendal aufwendig sanieren. Wann es losgeht und was die Pläne sind.

Stendal - Das Justizzentrum „Albrecht der Bär“ in Stendal ist weitgehend auf den neuesten Stand gebracht, was Digitalisierung und Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter angeht. Der zweiten großen Justizbehörde, dem Landgericht, stehen umfangreiche Arbeiten erst noch bevor.
Zwar wurde das 1879 errichtete Gebäude bereits von 2010 bis 2014 saniert, aber die Datenleitungen im Haus sind nicht dazu geeignet, die Anforderungen an die digitale Gerichtsakte zu erfüllen. Auch die Heizungsanlage entspricht nicht mehr den heute üblichen Standards. Das alles und noch einiges mehr will das Finanzministerium beginnend in diesem Jahr angehen.
Laut Pressestelle des Finanzministeriums werden derzeit die Planungsleistungen ausgeschrieben. „Von Juni 2026 bis Juni 2027 sollen die Planungsleistungen und die Ausschreibung sowie Vergabe der Bauleistungen erfolgen“, heißt es aus dem Finanzministerium weiter.
Bauarbeiten am Landgericht Stendal von Juli 2027 bis April 2029
Von Juli 2027 bis April 2029 sollen dann die eigentlichen Arbeiten ausgeführt werden. Für Stendal sei eine „kleine Neu-, Um- und Erweiterungsbaumaßnahme“ vorgesehen, heißt es.
Im Justizzentrum „Albrecht der Bär“ lief die Sanierung so, dass die Mitarbeiter immer einen Gebäudetrakt räumten, um abschnittsweise Baufreiheit zu schaffen.
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Am Landgericht ist solch ein Vorgehen kaum möglich, weil sich alle Abteilungen in einem Haus befinden. Zudem gibt es Anforderungen, zum Beispiel für den Schutz vor Baulärm während der Verhandlungen. Gut möglich, dass ein Umzug in ein Containerdorf ansteht. Solche Lösungen seien heute den Möglichkeiten eines festen Gebäudes ebenbürtig, heißt es aus dem Justizministerium.
Wie genau die Lösung während der Bauzeit aussehen soll, wird in den zuständigen Ministerien noch geprüft. Fest steht hingegen, welchen Wertumfang die Arbeiten haben sollen: Das Finanzministerium schätzt die Investitionssumme auf 5,8 Millionen Euro.
Das Landgericht Stendal ist für die Amtsgerichtsbezirke Stendal, Salzwedel, Gardelegen und Burg zuständig.