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Mit Spaß zum Ehrenamt Sie sind die Zukunft der Feuerwehr Stendal

Seit 15 Jahren werden Kinder in Stendal spielerisch an das Ehrenamt bei der freiwilligen Feuerwehr herangeführt. Dabei lernen sie auch fürs Leben.

Von Anna Lisa Oehlmann 11.01.2026, 18:15
Zum 15-jährigen Bestehen der Kinderfeuerwehr Stendal ging in neuen Jacken zum Institut für Brand- und Katastrophenschutz nach Heyrothsberge.
Zum 15-jährigen Bestehen der Kinderfeuerwehr Stendal ging in neuen Jacken zum Institut für Brand- und Katastrophenschutz nach Heyrothsberge. Foto: Annett Genz

Stendal - „Die Kinder bilden mit ihrer Neugier und Begeisterung das Herz unserer Feuerwehrfamilie“, sagt Kinderfeuerwehrwartin Annett Genz. Seit 15 Jahren wird der Nachwuchs in Stendal ausgebildet. Der erste Dienst fand am 11. Januar 2011 statt. Bei einem Familiennachmittag blickte sie mit ihrem Betreuer-Team, den Kindern und ihren Eltern auf das Erreichte zurück.

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Ziel ist, dass die Kinder eine gute Zeit haben, betont Annett Genz. Die spielerische Ausbildung ermöglicht es, die Kinder leichter für das Ehrenamt zu begeistern. So wird schon mal aus den Feuerwehrschläuchen ein Parcours und die Suche nach Hydranten zum Zählspiel.

Beim Tag der offenen Tür  der Feuerwehr Stendal zeigten die Nachwuchskräfte der Kinderfeuerwehr, was sie schon alles gelernt haben.
Beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr Stendal zeigten die Nachwuchskräfte der Kinderfeuerwehr, was sie schon alles gelernt haben.
Foto: Anna Lisa Oehlmann

„Die Gemeinschaft vermittelt nicht nur Feuerwehrtechnik, sondern auch Werte wie Teamgeist, Verantwortung und Hilfsbereitschaft“, erklärt Annett Genz. Worauf es später im Einsatz ankommt, wissen auch die sechs Betreuer, davon zwei pädagogische Kräfte, die allesamt selbst aktive Feuerwehrleute sind.

Zu ihnen gehört beispielsweise Stefan Genz. Der 24-Jährige ist selbst in der Feuerwehr groß geworden. „Es ist wichtig, dass sie gut zuhören“, sagt er. Denn im Einsatz müssen die Feuerwehrleute zu ihrer eigenen Sicherheit auf die Kommandos ihrer Führungskräfte hören. Dafür braucht es Disziplin und Konzentration, ergänzt Feuerwehrfrau Nancy Großer.

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Mit der Unterstützung von sechs ehrenamtlichen pädagogischen Betreuern wurde die Kinderfeuerwehr für Sechs- bis Neunjährige vor 15 Jahren, am 9. Oktober 2010, gegründet. Die erste Leitung übernahm der damalige Stadtjugendwart Ronny List, der heute noch aktiver Feuerwehrmann ist. Lutz Jörke schaffte es, die ersten Kinder von der „Spatzenfeuerwehr“, der Kinderfeuerwehr der Kita „Nordspatzen“, für das neue Projekt zu begeistern. Einige der ehemaligen Mitglieder der Kinderfeuerwehr sind dem Ehrenamt bis heute treu geblieben.

Viel Spaß hatten die Kinder der Kinderfeuerwehr beim Familiennachmittag.
Viel Spaß hatten die Kinder der Kinderfeuerwehr beim Familiennachmittag.
Foto: Anna Lisa Oehlmann

„Mit der Gründung der Kinderfeuerwehr haben wir eine Lücke zwischen der Kita-AG und der Jugendfeuerwehr geschlossen“, erklärt der Stendaler Ortswehrleiter Norman Höfel. Es sei wichtig, die Kinder in diesem Alter für das Ehrenamt zu begeistern, bevor sie ihre ganze Freizeit anderen Hobbys widmen.

Die Mitglieder- und Ausbildungszahlen sind nahezu konstant geblieben. „Die Begeisterung der Kinder, der persönliche Einsatz und die Hingabe des Teams sind ungebrochen“, sagt Annett Genz. Was sich geändert hat: Die Ausbildungszeit wurde um eine halbe Stunde erhöht, weil der Bedarf da war. Die Kinder treffen sich alle zwei Wochen, dafür über einen Zeitraum von anderthalb Stunden. „So bleibt mehr Zeit für Spiel, Spaß und natürlich Feuerwehrwissen“, zählt die Kinderfeuerwehrwartin auf.

Bei Festen wie dem Tag der offenen Tür, dem Martinsumzug und sportlichen Wettkämpfen wird die Kameradschaft gepflegt. Auch bei gemeinsamen Ausflügen, wie zum Institut für Brand- und Katastrophenschutz in Heyrothsberge. Dort erkundeten die Kinder mit den Betreuern das Ausbildungsgelände.

Kinderfeuerwehrwartin Annett Genz, Stendaler Ortswehrleiter Norman Höfel und Fördervereinsvorsitzender Klaus-Werner Höppner übergaben die Thermojacken an die Jugendfeuerwehr.
Kinderfeuerwehrwartin Annett Genz, Stendaler Ortswehrleiter Norman Höfel und Fördervereinsvorsitzender Klaus-Werner Höppner übergaben die Thermojacken an die Jugendfeuerwehr.
Foto: Anna Lisa Oehlmann

Zur Feier gab es auch Geschenke: Der Förderverein spendierte jedem Kind eine Thermojacke. Nun sind sie dank des leuchtenden Gelbs und der Reflektorstreifen in der dunklen Jahreszeit gut zu erkennen und einheitlich gekleidet. Fördervereinsvorsitzender Klaus Höppner übergab die Jacken, die dank einer Spende von Familie Henning für rund 2.300 Euro angeschafft wurden.

„Ich danke allen, die diese Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben – den damaligen Gründern, Unterstützern, unserem Feuerwehrförderverein, den Eltern und vor allem den Kindern“, sagt Kinderfeuerwehrwartin Annett Genz.