Stendal l Thomas Blasczyk ist Stendaler durch und durch. Und deshalb störte ihn in den vergangenen Wochen etwas ungemein: Bedingt durch die niedrigen Pegelstände der Uchte konnte plötzlich jedermann sehen, wie viel Müll sich im Laufe der Zeit im Flussbett angesammelt hat. Das Problem war auch mehreren Lesern der Volksstimme übel aufgestoßen. Und zunächst sah sich von offizieller Seite niemand bemüßigt, an der unbefriedigenden Situation etwas zu ändern.

Bürger initiierte Sammelaktion

Bürgermeister Klaus Schmotz (CDU) verwies darauf, dass die Stadt nicht für die Reinigung des Gewässers zuständig sei. Den Fluss in einem guten Zustand zu halten, obliegt nämlich dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) , Flussbereich Osterburg. Der LHW wiederum sah sich aus personellen Gründen nicht in der Lage, der Aufgabe nachzukommen. Deshalb sprang die Stadt Stendal doch in die Bresche und erklärte sich bereit, die Uchte vom Unrat zu befreien.

In der Zwischenzeit hatte Thomas Blasczyk seinerseits eine ehrenamtliche Müllsammelaktion losgetreten. In den sozialen Netzwerken warb er offensiv um Teilnehmer. Die Resonanz überstieg sämtliche Erwartungen. Müllsammler in dreistelliger Zahl kündigten sich an. Im Vorfeld hatte sich der Organisator mit der Stadtverwaltung verständigt.

In dieser Woche startet die Reinigung

Ans Werk gehen konnten die Ehrenamtlichen trotzdem nicht. Der LHW schob dem Einsatz einen Riegel vor. „Die Behörde hat die geplante Reinigungsaktion der Bürger aufgrund von Sicherheitsbedenken untersagt“, berichtet Armin Fischbach, Mitarbeiter der Pressestelle der Stadt Stendal. Es bestehe durchaus ein gewisses Verletzungsrisiko, wenn sich größere Menschengruppen auf den Uferböschungen bewegen, so die offizielle Begründung.

Das ist aus zwei Gründen aber nur halb so schlimm. Mitarbeiter des Bauhhofes Stendal werden mit Unterstützung des LHW noch in dieser Woche damit beginnen, Abfall aus dem Flussbett zu entfernen. Außerdem hat der Leiter des Bauhofes eine Ausnahmegenehmigung beantragt, die freiwilligen Helfern die Teilnahme ermöglichen soll. Bis zum Freitagnachmittag hatte das LHW jedoch noch nicht auf die Anfrage reagiert.

Termin steht noch nicht fest

Ein konkreter Termin für die Reinigung steht indes noch nicht fest. Klar ist aber, dass die Uchte ab der Erich-Weinert-Straße bis zum Einfluss in den Schwanenteich im Bebelpark gereinigt wird.

„Unser Hauptanliegen ist es, möglichst viel Abfall zu entsorgen. Besonders Flaschen und Verpackungsmaterialien landen leider häufig im Flussbett“, sagt Armin Fischbach. Ob es der einzige Einsatz dieser Art bleibt, sei noch offen. Das hänge davon ab, wie viel Abfall sich tatsächlich im Fluss befindet.