Feier

Irish Folk beim Sülldorfer Kirchfest

Kaffee, Kuchen und Irish-Folk. Das und noch einiges mehr gab es beim Sülldorfer Kirchfest. Vor allem die Freunde handgemachter irischer Musik kamen auf ihre Kosten – die Band Free of Charge spielte auf.

Von Udo Mechenich
Die Band Free of Charge spielt Irish-Folk-Musik beim Fest der evangelischen Kirchengemeinde an der Sülldorfer St.-Martin-Kirche.
Die Band Free of Charge spielt Irish-Folk-Musik beim Fest der evangelischen Kirchengemeinde an der Sülldorfer St.-Martin-Kirche. Fotos (3): Udo Mechenich

Sülldorf - „Tut mir auf die schöne Pforte“ - mit diesem Lied begann der Gottesdienst in der Kirche „Sankt Martin“ in Sülldorf. Die evangelische Gemeinde hatte zu ihrem Kirchfest eingeladen. Anschließend spendierte die Gemeinde im Kirchgarten Kaffee und Kuchen. Um 17.30 Uhr begann das Konzert der Band Free of Charge und am Grill gab es Buletten und Würstchen sowie Salat für die Gäste.

Den Gottesdienst begleitete musikalisch Friedburg Unger. Pfarrer Raimund Müller-Busse war der Prediger. „Endlich sind wir wieder zusammen. Zu lange hat uns Corona daran gehindert“, meinte Müller-Busse gleich zu Beginn nach dem Begrüßungslied, „gemeinsam wollen wir nun wieder nach Gott suchen. Wir können darauf vertrauen, dass er uns im kommenden Sommer begleiten wird.“

Man sollte jetzt die Zeit des Sommers nutzen, um die Heimat neu zu entdecken und auch in die Welt hinaus zu ziehen, meinte Müller-Busse. Der Pfarrer ermahnte die Menschen, die vielen, oft kleinen, meist selbstverständlichen Dinge zu erkennen und sich daran zu erfreuen. So lautete der Titel des Schlusslieds: „Geh aus und suche Freud“.

Neuanfang nach langem Schlaf

„Es ist ein bisschen wie Neuanfang nach einem langen Schlaf. Wir können miteinander singen – mit dem nötigen Abstand“, sagte Müller-Busse. Für ihn sind die beiden Aspekte, Gottesdienst und Feier mit Musik, untrennbar miteinander verknüpft. „Beides spricht die Seele an.“

Müller-Busse selbst mag Irish-Folk als Musik sehr gerne, das habe etwas Ursprüngliches. „Für so ein kleines Dorf wie Sülldorf ist es immer eine Frage, wie viele Menschen tatsächlich zu so einem Fest kommen. Aber ich bin absolut zufrieden. Wir haben eine gemütliche Stimmung. Viele sind gekommen und lassen sich das Konzert nicht entgehen.“ Kirche müsse immer auch gesellschaftlich sein.

Mike Höpfner, Sülldorfs Mitglied im Gemeindekirchenrat des Sülzetals, freute sich, dass „der Pfarrer nun, da es wieder möglich ist, an die Tradition des Gemeindefests anknüpft. Dieses Fest gibt es bei uns in Sülldorf schon seit über 20 Jahren. Trotz aller Probleme hat unser Pfarrer daran festgehalten – und das ist auch gut so. So kommen Menschen zusammen, die sich aktiv im Glauben engagieren und solche, die es nicht tun. So entsteht die Chance zum Gespräch.“

Michaela Köppe half ihrem Freund Mike bei der Organisation des Fests. „Für mich ist die Gemeinschaft hier im Ort sehr wichtig. Menschen müssen zusammenkommen, weil sie soziale Wesen sind. Da ist es doch schön, wenn uns das Gemeindefest die Möglichkeit zum Miteinander gibt.“

Während des Gottesdienstes hatten draußen schon viele freiwillige Helfer den Kuchentisch, die Grillstation und auch Sitzmöglichkeiten aufgebaut. „Hier bei uns in Sülldorf unterstützen wir uns als Vereine und Institutionen immer auch gegenseitig“, betonte der Vorsitzende des örtlichen Angelvereins, Patrick Wachholz, „aus diesem Grund bin ich jedes Jahr hier und packe mit an. Gerade wegen der Band kommen viele Besucher. Wir hatten schon mal über 150 Menschen.“

Erzählen und austauschen

„Hier können wir erzählen, uns austauschen“, unterstrich Besucherin Brigitte Metscher aus Langenweddingen, „es ist einfach gemütlich hier an der Kirche.“

Auch Nadine Grünklee aus Sülldorf fand „es sehr gut, dass endlich mal wieder etwas in Sülldorf los ist“. Dies sei eine wunderbare Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sagte sie. Ihre beiden Kinder Ann-Elen (12) und Jannes (6) hatte sie gleich mitgebracht.

„Wir sind beide wegen der Band gekommen. Mein Man ist Fan von Irish-Folk, ich nicht so sehr“, verriet Kerstin Wollschlaeger, die zusammen mit ihrem Mann Martin aus Langenweddingen zur Sülldorfer Kirche gekommen war. „Ich höre das gern. Davon habe ich Einiges auch zu Hause liegen“, bestätigte Martin.

Mit vier Musikern trat Free of Charge auf; Banjo, Mandoline, Gitarre und Akkordeon brachten sie mit. „Wir machen traditionellen Irish-Folk. Ein typisches Beispiel, das viele kennen, ist ,Dirty old Town'“, sagte Akkordeon-Spieler Joachim Koch.

Der Sülldorfer Sascha Ritter ist einer der Stammgäste beim sommerlichen Gemeindefest. „Hier zu feiern mit Livemusik, das ist doch das Sahnehäubchen. Das ist eine kulturelle Bereicherung. Da sind wir immer mit dabei.“

Auch seine Frau Silke war begeistert. „Von den Festen, hier bei uns in Sülldorf finde ich das hier immer am angenehmsten. Klein, fein, zusammen Musik hören – das ist schön.“