Ergebnisse der Leserumfrage

• Wie sehr die Frage spaltet, ob Rübeland weiter zur Oberharz-Stadt gehören oder nach Blankenburg wechseln soll, zeigt das Ergebnis der nicht repräsentativen Online-Umfrage der Volksstimme: 64 mal wurde am Dienstag für den Anschluss an die Blütenstadt gestimmt – das entspricht gut 40,5 Prozent. 39,2 Prozent – also 62 Nutzer – votierten für den Verbleib des Höhlenortes in der Oberharz-Stadt. Insgesamt wurden 158 Stimmen abgegeben, 20,3 Prozent klickten auf „Das ist mir egal“.

• Ein nicht ganz so knappes Meinungsbild hat die TED-Umfrage der Volksstimme geliefert. Zwischen 6 und 18 Uhr riefen gestern 72 Leser an. Mit 54,2 Prozent sprach sich eine knappe Mehrheit von ihnen dafür aus, dass sich Rübeland Blankenburg anschließen soll. Das entspricht 39 Anrufern. 29 mal wurde gegen die Option gewählt, dass der Ort der Oberharz-Kommune treu bleiben soll. Somit sprachen sich 40,3 Prozent für einen Verbleib aus. Vier Stimmen waren ungültig. (mg)

Rübeland l Rübeland soll nicht mehr zur Oberharz-Stadt, sondern als Ortsteil zur Stadt Blankenburg gehören. Das wünscht sich die Freie Wählergemeinschaft Rübeland mit Ortsbürgermeister Dietmar Wiekert an der Spitze. Die Volksstimme fragte am Dienstag, 8. September, per Ted, im Internet und am Lesertelefon nach, was die Bürger von der Idee halten. Der Trend zeigt: Eine deutliche Mehrheit für den Wechsel scheint nicht in Sicht, für den Verbleib noch weniger.

Einer, der den Vorschlag unterstützt, ist der gebürtige Neuwerker Peter Reulecke. „Es ist traurig anzusehen, wie der schöne Ort vergammelt. Es passiert nichts“, kritisiert der Volksstimme-Leser am Telefon. „„Ich finde richtig, dass Rübeland nach Blankenburg geht und wenn das durchgezogen werden würde. Die Clique im Rathaus hat nur Elbingerode im Blick, in allen anderen Orten passiert nichts", sagt der 78-Jährige.

Ronald Fiebelkorn (CDU), Bürgermeister der Stadt Oberharz am Brocken, sieht das anders. „Sie sollen mal hinterfragen, was wir in den letzten Jahren in Rübeland investiert haben“, wehrt er sich. Und mit der Meinung ist er nicht allein. Heinz-Werner Liebau aus Hasselfelde schätzt die Situation ähnlich ein. „In den letzten Jahren wurde nirgends so viel gebaut wie in Rübeland. Die Straße zur Susenburg wurde erneuert, die Straße um den Felsen herum ausgebaut“, zählt er auf. „Wenn sie gehen wollen, sollen sie das Geld zurückzahlen, das die Oberharz-Stadt bezahlt hat. Ich finde das anmaßend.“

Probleme überall im Oberharz

Dass auch die anderen Orte der Oberharz-Stadt unbehobene Probleme noch und nöcher haben, ist bekannt. „Benneckenstein hat noch nie so schlecht ausgesehen wie jetzt. Wenn die Bürger nicht mal selbst was machen würden, wäre es noch schlimmer“, macht Manfred Nagel aus Benneckenstein seinem Ärger Luft. Deshalb findet er den Vorstoß der Wählergemeinschaft aus Rübeland richtig.

„Was mich aber noch mehr stört, ist die Arroganz, die Herr Fiebelkorn an den Tag legt. Meiner Meinung nach sollte er nur Karnevalspräsident sein. Kein Wunder, dass die Orte rauswollen, auch wenn das sicher nicht einfach ist“, so Nagel mit Blick auf Fiebelkorns erste Reaktion. Fiebelkorn hatte das Bestreben in Rübeland am Montag gegenüber der Volksstimme als Karnevalsscherz abgetan.

Bürgermeister pocht auf Tropfsteinhöhlen

Mit Arroganz und Überheblichkeit habe das nichts zu tun, kontert der Stadtchef. „Das ist meine Meinung. Und ich kann auch damit leben, dass andere mit meinen Äußerungen nicht leben können“, betont Fiebelkorn. Er finde die Vorgehensweise der Wählergemeinschaft nicht richtig, hätte sich Vorab-Gespräche gewünscht. „Es ist auch pervers, dass Herr Wiekert uns damit die Höhlen wegnehmen möchte, die eine wichtige Einnahmequelle für uns sind. Nach dem Motto: Nach uns die Sintflut“, gibt der Stadtchef zu bedenken.

Hannelore Nosovsky aus Hasselfelde lässt ihrem Unmut freien Lauf: „Ich kenne viele Hasselfelder, die lieber zu Blankenburg gehören würden. Im Zuge der Gebietsreform war das Thema. Aber man hat nicht auf das gehört, was die Bevölkerung will. Die ganze Gebietsreform war ein Reinfall, sie hat nichts gebracht“, meint sie. Den Vorstoß finde sie daher gut.