Wernigerode l „Das war‘s schon?“, fragt Elisabeth Sattler. Sekunden zuvor hat die 84-jährige Bewohnerin des Caroline-König-Stifts ihre erste Corona-Impfung erhalten. Damit ist sie eine von rund 300 Seniorenheim-Bewohnern, Tagespflege-Nutzern und Mitarbeitern der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen Wernigerode (GSW), die am Freitag, 19. Februar, den ersten Schritt zur Immunität gegen Covid-19 geschafft haben. Mobile Teams des Arbeiter-Samariter-Bundes und der Johanniter waren unterwegs, bevor am Sonnabend wieder die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft übernimmt.

In mehreren Etappen werden seit 19. Februar fast 900 Menschen in den GSW-Einrichtungen geimpft – von Bewohnern der fünf Altenheime des größten Pflegeanbieters in Wernigerode über Mitarbeiter bis zu Tagesgästen und Mietern. Nachdem bis Freitag das Seniorenzentrum Burgbreite, das Caroline-König-Stift inklusive Tagespflege, das Servicecenter in der Charlottenlust, die Sozialstation sowie die Heime St. Georg und Küsters Kamp an der Reihe waren, folgt heute das Seniorenzentrum Stadtfeld mit seiner Tagespflege – noch einmal mehr als 250 Impfungen, rechnet GSW-Geschäftsführerin Sandra Lewerenz vor. Am Freitag, 26. Februar, sollen alle Einrichtungen der Eingliederungshilfe und im Argenta-Wohnpark dran sein.

Große Aktion platzte wegen Vakzin-Mangel

Die Chefin ist vor allem erleichtert, dass alle Impfwilligen rund um die GSW nun den ersten Piks bekommen. Denn ursprünglich sollte dies bereits Ende Janur in einer mit hohem personellen und logistischen Aufwand vorbereiteten Großaktion der Fall sein. Doch der Massen-Impftermin für die GSW „in einem Rutsch“ musste kurzfristig abgesagt werden, weil dem Landkreis Harz die Belieferung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer gekürzt wurde.

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Trotz dieser Verzögerung laufe nun „alles wie am Schnürchen“, berichtet am Freitag Dr. Detlef Walter. Der ärztliche Leiter des Impfteams im Caroline-König-Stift verweist darauf, dass von der Anmeldung mit der Vorlage von Krankenkassen-Chipkarte und Scannen der Anamnesebögen bis zur Spritze für die Impflinge kaum zehn Minuten vergehen. „Bei der Organisation hat die GSW ganze Vorarbeit geleistet“, lobt Walter.

Die größte Sorge bleibt für die Tochtergesellschaft der Stadt bei den Impfterminen die Technik: „Der Landkreis hat insgesamt nur sechs Laptops mit der aufgespielten Software für alle Impfteams zur Verfügung“, erläutert Lewerenz. Das könne zu Wartezeiten führen. „Doch dank der engagierten Helfer sind wir trotzdem im Zeitplan“, so die GSW-Chefin.